Islamabad (dpa) - Die blutige Serie von Bombenanschlägen vor der Wahl am 11. Mai in Pakistan setzt sich fort. Bei mehreren Attacken wurden am Wochenende mindestens elf Menschen getötet und 87 Menschen verletzt.

Die radikalislamischen Taliban hatten nicht nichtreligiösen Parteien im Vorfeld der Wahl mit Angriffen gedroht. Bei drei Explosionen in der Hafenstadt Karachi starben nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag vier Menschen, 55 weitere wurden verletzt. Erneut wurde die weltliche Partei Muttahida Qaumi Movement (MQM) zum Ziel, die wegen der Anschläge bereits zahlreiche Wahlkampfbüros in der Stadt geschlossen hatte. Eine weitere Attacke galt einer Versammlung der Volkspartei PPP. Erst am Freitag waren nach Medienberichten bei einem Anschlag auf einer Wahlveranstaltung in Karachi elf Menschen getötet und 40 weitere verletzt worden.

Auch im Nordwesten Pakistans wurden Wahlkampfbüros angegriffen. Bei einer Explosion im Distrikt Kohat in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa sind am Sonntag nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 18 Menschen wurden verletzt, als eine in einem Sack versteckte Bombe neben dem Büro von Kandidaten hochging. Einer der beiden Politiker tritt als unabhängiger Kandidat für die Nationalversammlung an, der andere für die Awami National Party (ANP).

Nur Stunden später ereignete sich eine weitere Attacke am Büro eines unabhängigen Kandidaten in einem Vorort von Peshawar, der Provinzhauptstadt von Khyber-Pakhtunkhwa. Bei der Explosion der Fahrradbombe seien drei Menschen gestorben und 14 weitere verletzt worden, sagte ein Polizist.

Die Taliban bekannten sich in einem Statement zu den Taten. Die Parteien würden wegen ihrer "weltlichen Lehre" und ihrer Rolle bei Militäraktionen in den nordwestlichen Gebieten des Landes attackiert. Ein Sprecher hatte Anfang März die Menschen dazu aufgerufen, Veranstaltungen der Volkspartei PPP, der Awami National Party (ANP) und der Muttahida Qaumi Movement (MQM) fernzubleiben. Die Taliban halten die anstehenden Wahlen nicht vereinbar mit dem islamischen Recht. Sie wollen einen Gottesstaat errichten.