Berlin (SID) - Dem deutschen Rekordhalter Marco Koch droht das Aus für die Schwimm-WM in Barcelona (19. Juli bis 4. August). Der Darmstädter wurde bei der DM in Berlin im Vorlauf über 200 m Brust disqualifiziert, weil er nach dem Startsprung einen unerlaubten Delfinkick vor dem ersten Armzug ausgeführt haben soll. Im Rennen war Koch als Zweiter in 2:11,60 Minuten klar unter der WM-Vorlaufnorm (2:13,75) geblieben.

Nach der Disqualifikation wurde die Szene von den Wettkampfrichtern noch einmal auf Video ausgewertet, es blieb aber trotz der Proteste von Bundestrainer Henning Lambertz und auch von Paul Biedermann, der wegen Trainingsrückstandes nicht bei der DM startet, bei der Entscheidung. "Ich schwimme seit vielen Jahren so, und jetzt werde ich hier qualifiziert", sagte ein enttäuschter Koch.

Da der EM-Zweite über die halbe Distanz die Nominierungskriterien nicht erfüllt hatte, ist er für einen WM-Start auf eine Ausnahmeregelung seitens des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) angewiesen. Um die Verantwortlichen zu überzeugen, wird Koch nach dem Finale am Sonntagnachmittag nochmal alleine die Strecke schwimmen. Eine gute Zeit dürfte seine WM-Chance erhöhen.

Die bereits für die WM qualifizierte Sprinterin Dorothea Brandt steuert derweil ihrem dritten Titel bei den nationalen Meisterschaften entgegen. Als Vorlaufschnellste über 50 m Freistil geht die Essenerin als Favoritin ins Finale am Sonntagnachmittag. Weltrekordlerin Britta Steffen hatte ihren Start wegen einer Erkrankung abgesagt. Auch die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 kann nur durch die Hintertür für den Saisonhöhepunkt nominiert werden.