Frankfurt/Main (dpa) - Die Hoffnungen auf eine Zinssenkung in der Eurozone haben den Dax auch am Dienstag angetrieben. Hinzu kam ein Kursprung bei den Aktien der Deutschen Bank.

Der deutsche Leitindex kletterte um 0,69 Prozent auf 7928 Punkte. Damit deutete sich auf Monatssicht ein Gewinn von etwa anderthalb Prozent an. Für den MDax ging es zuletzt um 0,23 Prozent auf 13 430 Punkte nach oben. Der TecDax jedoch gab um 0,11 Prozent auf 924 Punkte nach. Der EuroStoxx 50 bewegte sich bei einem Stand von 2719 Punkten kaum vom Fleck.

Zuletzt schwache Konjunkturdaten, die Rezession in der Euro-Peripherie sowie eine zurückgehende Inflation könnten die europäischen Notenbanker am Donnerstag dazu bewegen, den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent zu reduzieren, schrieb Analyst Gregor Kuhn vom Broker IG in einem Kommentar. Indes sind die deutschen Verbraucher trotz Konjunkturflaute und einer teilweise chaotisch verlaufenen Zypern-Rettung weiter in Kauflaune.

Ansonsten bewegten vor allem die Bilanzen einiger Dax-Konzerne. "Für Aufsehen sorgt mal wieder die Deutsche Bank", sagte Händlerin Sarah Brylewski vom Broker Gekko Global Markets. Im ersten Quartal stieg der Überschuss der Bank überraschend deutlich. Auch die Befürchtungen einer unzureichenden Kapitalisierung ist die Bank angegangen. In einem beschleunigten Verfahren sammelte sie bei institutionellen Anlegern knapp drei Milliarden Euro ein. Die Analystenreaktionen fielen sehr positiv aus. Die Titel der Deutschen Bank stiegen an der Dax-Spitze um 5,99 Prozent auf 34,87 Euro. Die Zahlen der Deutschen Börse überzeugten ebenfalls. Für die Papiere des Börsenbetreibers ging es um 2,02 Prozent nach oben.

Der Medizin- und Krankenhauskonzern Fresenius und seine Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) hingegen verfehlten die Erwartungen der Analysten. FMC verzeichnete überraschend einen Gewinnrückgang. Mit einem Minus von 2,67 Prozent waren die FMC-Titel das Schlusslicht im Dax. Die Papiere des Mutterkonzern Fresenius büßten 2,14 Prozent ein.

Die Aktien der RTL Group starteten auf der Handelsplattform Xetra mit einem Kurs von 55,50 Euro. Der Medienkonzern Bertelsmann hatte sich für diesen Preis von einem Paket von 25,5 Millionen Aktien oder gut 17 Prozent getrennt. Zuletzt notierten die RTL-Papiere etwas tiefer bei 54,17 Euro. Die Titel von Solarworld fielen nach einer Achterbahnfahrt zuletzt um knapp sechs Prozent. Die Eigentümer und Gläubiger müssen für die Rettung des angeschlagenen Solarunternehmens tief in die Tasche greifen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,00 Prozent am Vortag auf 0,99 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,02 Prozent 135,75 Punkte nach. Der Bund Future aber stieg um 0,14 Prozent auf 146,73 Punkte. Der Kurs des Euro sank: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3072 (Montag: 1,3113) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7650 (0,7626) Euro.