Bonn (dpa) - Die Eigentümer und Gläubiger der Solarworld AG
müssen für die Rettung des finanziell angeschlagenen Unternehmens tief in die Tasche greifen.

Mit wichtigen Gläubigern sei eine Einigung erzielt worden, die einen Schuldenschnitt vorsieht, teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Dadurch sollen die langfristigen Verbindlichkeiten um etwa 60 Prozent verringert werden. Im Gegenzug werden die Gläubiger im Rahmen eines drastischen Kapitalschnitts Haupteigentümer des Unternehmens und bestimmen damit künftig den Kurs mit. Die derzeitigen Aktionäre werden entmachtet.

Größter Einzelaktionär ist bisher Vorstandschef und Unternehmensgründer Frank Asbeck mit knapp 28 Prozent der Anteile. Die zuständigen Gremien müssen der Einigung noch zustimmen. Solarworld war unter anderem durch Billig-Konkurrenz aus China in den Strudel der Branchenkrise geraten, der Aktienkurs brach ein.

Solarworld hatte das vergangenen Jahr mit Horrorzahlen abgeschlossen: 2012 brach der Umsatz nach Angaben vom Montagabend von 1,045 Milliarden Euro auf 606 Millionen Euro ein. Der
operative Verlust weitete sich um mehr als das Doppelte auf
492,4 Millionen Euro aus. Zuvor hatte Solarworld mitgeteilt, dass das Eigenkapital des Unternehmens komplett aufgezehrt ist.