Bonn (dpa) - Die Eigentümer und Gläubiger der Solarworld AG
müssen für die Rettung des finanziell angeschlagenen Unternehmens tief in die Tasche greifen.

Mit wichtigen Gläubigern sei eine Einigung erzielt worden, die einen Schuldenschnitt vorsieht, teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Dadurch sollen die langfristigen Verbindlichkeiten um etwa 60 Prozent verringert werden. Im Gegenzug werden die Gläubiger im Rahmen eines drastischen Kapitalschnitts Haupteigentümer des Unternehmens und bestimmen damit künftig den Kurs mit. Die derzeitigen Aktionäre werden entmachtet.
Die zuständigen Gremien müssen der Einigung noch zustimmen.

Größter Einzelaktionär von Solarworld ist bisher Vorstandschef und Unternehmensgründer Frank Asbeck mit knapp 28 Prozent der Anteile.
Er wird durch die geplante Kapitalherabsetzung um etwa 95 Prozent künftig nur noch einen sehr kleinen Anteil am Unternehmen in der Größenordnung von etwa einem Prozent besitzen. "Ich nehme genauso wie jeder andere Aktionär an der Kapitalherabsetzung teil", sagte Asbeck der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Solarworld war durch Billig-Konkurrenz aus China in den Strudel der Branchenkrise geraten. Der Kurs der Aktie schlug am Dienstagvormittag nach dem Bekanntwerden des Plans kurzzeitig stark sowohl nach oben als auch und unten aus. Am Nachmittag stand die Solarworld-Aktie dann im Minus.

Solarworld hatte das vergangenen Jahr mit Horrorzahlen abgeschlossen: 2012 schrumpfte der Umsatz nach Angaben vom Montagabend von 1,045 Milliarden Euro auf 606 Millionen Euro. Der
operative Verlust weitete sich um mehr als das Doppelte auf
492,4 Millionen Euro aus. Zuvor hatte Solarworld schon mitgeteilt, dass das Eigenkapital des Unternehmens komplett aufgezehrt ist. Dass es nicht gut steht um den ehemaligen Star der Solarbranche, ist spätestens seit Ende Januar bekannt. Damals ließ Asbeck in einer Pflichtmitteilung die Börse wissen, dass das Bonner Unternehmen mit den Gläubigern über eine Verringerung der Schulden rede.

Plfichtmitteilung