Madrid (dpa) - Der spanische Dopingarzt Eufemiano Fuentes ist zu einem Jahr Haft verurteilt worden.

Im größten spanischen Dopingprozess um die "Operación Puerto" sah es das Madrider Gericht in seinem am Dienstag verkündeten Urteil als erwiesen an, dass der Mediziner die Gesundheit seiner Kunden gefährdet hat. Die Staatsanwaltschaft hatte das doppelte Strafmaß gefordert. Fuentes wird aber wohl nicht ins Gefängnis müssen. Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien in der Regel zur Bewährung ausgesetzt.

Fuentes hatte Dutzenden Sportlern, vor allem Radprofis, beim Doping mit Eigenblut geholfen. Drei weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

Zugleich entschied die Richterin Julia Patricia Santamaria, die bei der Anti-Doping-Razzia 2006 sichergestellten Blutbeutel nicht freizugeben. Internationale Verbände und Behörden wie die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatten gehofft, dadurch Dopingsünder nachträglich überführen zu können. Die Richterin ordnete zudem an, die bei Fuentes sichergestellten Computerdaten zu vernichten.