Den Haag (SID) - Nach seiner Inthronisierung am Dienstag wird der neue niederländische König Willem-Alexander zum Ehrenmitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der 46-Jährige, der bei der Abdankung seiner Mutter Beatrix zum 30. April den Thron bestieg, reduziert damit die Zahl der ordentlichen IOC-Mitglieder auf 99.

Willem Alexander war während der Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano auf Vorschlag des damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch als persönliches Mitglied in die olympische Bewegung aufgenommen worden. Zum Wechsel in die Ehrenmitgliedschaft sagt der neue König: "Ich habe immer gesagt, dass ich es als nicht korrekt empfinde, eine ausländische Privatorganisation - das ist doch das IOC - in dem Land zu repräsentieren, in dem man Staatsoberhaupt ist."

Formal gesehen könnte er in seiner zukünftigen Funktion als König IOC-Mitglied bleiben. Der Großherzog von Luxemburg und Fürst Albert von Monaco kombinieren beide Positionen.

Bereits nach seiner Wahl 1998 hatte der Prinz von Oranje allerdings verkündet, es sei mit der niederländischen Regierung abgesprochen, dass er im Falle seiner Thronbesteigung die IOC-Mitgliedschaft aufgebe. Nach seinem Rücktritt haben die Niederlande zum ersten Mal seit 1898 kein ordentliches IOC-Mitglied mehr.

Als Ehrenmitglied hat Willem-Alexander künftig wie der frühere IOC-Vizepräsident Berthold Beitz (1984-88), der langjährige IOC-Direktor Walther Tröger (1983-90) oder der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger kein Stimmrecht mehr. So auch nicht bei der Wahl des Nachfolgers von IOC-Präsident Jacques Rogge (Belgien) am 10. September in Buenos Aires. Als aussichtsreicher Kandidat gilt der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach, der allerdings noch nicht bekanntgegeben hat, ob er sich zur Wahl stellt.