Berlin (dpa) - Bei den Demonstrationen am 1. Mai ist es in Berlin zu ersten Zwischenfällen gekommen. Aus Protest gegen einen geplanten Aufmarsch Rechtsextremer im Stadtteil Schöneweide ketteten sich Gegendemonstranten auf den Straßenbahnschienen an einer Betonpyramide fest.

Vier Menschen steckten am Mittwochvormittag nach Angaben der Polizei mit den Armen in dem Klotz fest. Einsatzkräfte wollten die Blockierer samt Betonpyramide abtransportieren. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Ein Bündnis aus Politik, Gewerkschaften und Kulturschaffenden will die geplante Demonstration der rechtsextremen NPD in Schöneweide - einer Hochburg der rechten Szene - behindern und rechnet mit bis zu
10 000 Teilnehmern. Die Polizei versuchte, ein Aufeinandertreffen der Demonstranten aus der rechten und linken Szene zu verhindern.

Zum Tag der Arbeit zogen außerdem Tausende Gewerkschafter zum Brandenburger Tor, wo eine Kundgebung stattfindet. In Kreuzberg startete das traditionelle Myfest rund um den Mariannenplatz, zu dem zehntausende Gäste erwartet wurden.

Am Mittwochabendabend wollen linke und linksradikale Gruppen von Kreuzberg zum Boulevard Unter den Linden ziehen. Zu der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration werden 10 000 Teilnehmer erwartet. Von der Demo war in der Vergangenheit wiederholt Gewalt ausgegangen. Rund 7000 Polizisten aus mehreren Bundesländern sind im Einsatz. Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte, er gehe von friedlichen Demonstrationen aus.

In der Nacht zu Mittwoch war die Polizei in der Hauptstadt mit rund 3300 Beamten im Einsatz, wie ein Sprecher am Mittwoch berichtete. 17 Menschen seien vorübergehend festgenommen worden, 20 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. Sieben Polizisten wurden verletzt. In Schöneweide machten sich etwa 3000 Menschen gegen Nazis stark. Im Wedding protestierten laut Polizei bis zu 2400 Menschen gegen steigende Mieten und soziale Ausgrenzung. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sprach von der ruhigsten Walpurgisnacht seit Jahren.