Leverkusen (SID) - Den Fußballerinnen von Bundesliga-Spitzenreiter VfL Wolfsburg ist die erste deutsche Meisterschaft ihrer Vereinsgeschichte quasi nicht mehr zu nehmen. Das Team von Trainer Ralf Kellermann siegte trotz eines Pausenrückstands noch mit 4:1 (0:1) bei Bayer Leverkusen und hat zwei Spieltage vor dem Saisonende sechs Punkte und 27 Tore Vorsprung auf Verfolger 1. FFC Frankfurt.

"Wir sind gefühlt deutscher Meister. Offiziell dürfen wir uns natürlich noch nicht so nennen", sagte Kellermann und war überglücklich: "Wir können es noch gar nicht fassen. Wir sind froh, dass wir den Rest der Saison entspannter angehen können."

Bereits ein Punktgewinn am kommenden Sonntag beim amtierenden Meister Turbine Potsdam (14.00 Uhr) würde den ersten Coup des Kellermann-Teams, das noch vom Triple träumen darf, auch offiziell perfekt machen. Spielführerin Nadine Keßler nannte den Erfolg in Leverkusen "einen riesengroßen Schritt. Die Freude ist aber noch ein bisschen gebremst wegen dieser theoretischen Chance." Eine Feier war am Mittwoch nicht geplant.

Bei der 0:2-Auswärtsniederlage in Frankfurt am vergangenen Sonntag hatte Wolfsburg seinen ersten Matchball zum ersten Titel vergeben. Der VfL steht auch im DFB-Pokal-Finale am 19. Mai gegen Potsdam in Köln sowie im Champions-League-Endspiel am 23. Mai gegen Olympique Lyon in London. "Wir haben diese zwei Highlights noch in der Hinterhand", sagte Kellermann.

Im Ulrich-Haberland-Stadion in Leverkusen geriet der Favorit durch einen Treffer von Turid Knaak (18.) überraschend in Rückstand. Doch nach dem Wechsel drehte Wolfsburg die Begegnung. Anne Blässe (57.) glich in der Nachholpartie vom 19. Spieltag aus, ehe Ex-Nationalspielerin Martina Müller (60.) vor 652 Zuschauern für die erste Führung der Wolfsburgerinnen sorgte. Keßler (72.) und Lina Magull (84.) machten den am Ende hochverdienten 16. Erfolg im 20. Spiel perfekt.

Die Niederlage in Frankfurt drei Tage zuvor war für die "Wölfinnen" der erste Rückschlag nach zuvor 13 Pflichtspielsiegen in Folge. Jüngst hatte Bundestrainerin Silvia Neid die Kellermann-Elf bereits gewürdigt. "Sie waren über eine lange Saison hinweg die konstanteste Mannschaft. Dort wurde tolle Arbeit geleistet und in der Trainingsplanung offensichtlich viel richtig gemacht", sagte Neid.