Montréal (dpa) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erwägt nach den Urteilen im Fuentes-Prozess einen Einspruch und begründet dies damit, dass ein großer Teil der 200 beschlagnahmten Blutbeutel vernichtet werden soll.

Diesen Schritt hatte die Richterin in Madrid angeordnet, sollten die Urteile rechtskräftig werden. Eine sportrechtliche Verfolgung möglicher Dopingsünder vor allem aus dem Radsport wäre damit nicht mehr möglich. Der angeklagte Sportmediziner Eufemiano Fuentes war zu einem Jahr Haft verurteilt worden, das voraussichtlich zur Bewährung ausgesetzt wird. Drei weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

WADA-Generaldirektor David Howman nannte die geplante Zerstörung der Blutbeutel in einer Stellungnahme "besonders enttäuschend und unbefriedigend für die gesamte Anti-Doping-Gemeinschaft". Der mögliche Zugang zu den Beuteln sei der Grund für die WADA gewesen, in dem Verfahren als Nebenkläger aufzutreten. Howman erklärte ferner, die Agentur und ihre spanischen Rechtsberater prüften mögliche Schritte. Die Einspruchsfrist endet am 17. Mai, bis dahin wolle sich die WADA nicht mehr zu ihrem weiteren Vorgehen äußern.