Köln (SID) - Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), begrüßt die Verurteilung von Doping-Arzt Eufemiano Fuentes, kritisiert die spanische Justiz aber dennoch scharf. "Wir begrüßen sehr, dass mit Herrn Fuentes jetzt ein Hintermann wegen Dopings verurteilt worden ist und vor allem, dass er auch berufsrechtlich belangt wird. Wir fordern schon lange, dass auch in Deutschland Medizinern, die in Dopingvergehen verstrickt sind, die Approbation entzogen wird", sagte Vesper auf SID-Anfrage.

"Sehr enttäuschend" sei aber, dass "die Beweise aus dem Verfahren den Sportinstanzen nicht zur Verfügung gestellt werden". Es sei "nicht hinnehmbar", dass wertvolle Beweise vernichtet werden sollen. "Denn damit wird die weitere Aufklärung erschwert oder sogar unmöglich gemacht", sagte Vesper. Nur wenn Sport und Staat Hand in Hand arbeiteten, sei ein erfolgreicher Anti-Doping-Kampf möglich.

Die Richterin hatte die Weitergabe von Beweismaterial wie Blutbeuteln mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte der Sportler untersagt. Die spanische Anti-Doping-Agentur AEA klagt gegen diese Entscheidung. Ist die Klage nicht erfolgreich, müssen die 2006 bei der "Operacion Puerto" gesicherten Beweise für Dopingverstöße zahlreicher Weltklasse-Athleten vernichtet werden.

Fuentes war am Dienstag in Madrid wegen "Gefährdung der öffentlichen Gesundheit" zu einem Jahr Haft und vier Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Die Haftstrafe wird nach spanischem Recht zur Bewährung ausgesetzt, weil sie unter zwei Jahren beträgt und Fuentes nicht vorbestraft ist.