Paderborn (dpa) - Mit einer Welle von Warnstreiks erhöht die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber.

Unmittelbar nach dem Ende der Friedenspflicht um Mitternacht legten knapp 400 Mitarbeiter der Nachtschicht beim Paderborner Automobilzulieferers Benteler die Arbeit nieder, wie Ingrid Gier von der IG Metall sagte.

Auch im niedersächsischen Bramsche traten die Nachtschicht-Beschäftigten der Betriebe Essex und Nexans in den Warnstreik, wie ein Sprecher der Gewerkschaft bestätigte. Etwa 100 Mitarbeiter hätten sich an der Aktion beteiligt und ihre Arbeit für rund eine Stunde ruhen lassen. Zu weiteren Aktionen hatte die IG Metall unter anderem auch an Standorten in Bayern aufgerufen.

Der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, kündigte eine deutlich härtere Gangart in der laufenden Tarifauseinandersetzung der Metall- und Elektroindustrie an. "Die Tarifrunden 2013 gehen in die entscheidende Phase", sagte Wetzel.

"Wenn die Arbeitgeber nicht wollen, dass es richtig knallt, müssen sie schnell handeln und vor allem mehr bieten", forderte er vor Benteler-Beschäftigten in Paderborn. Die bisherige Offerte der Arbeitgeber bezeichnete Wetzel als "dreifache Nullnummer". "Wenn das verlässlich und fair ist, dann hat auch Uli Hoeneß den Fiskus verlässlich und fair an seinem Vermögen teilhaben lassen", sagte er.

In dem laufenden Tarifkonflikt wird bundesweit auf regionaler Ebene in sieben IG Metall-Bezirken für insgesamt 3,7 Millionen Beschäftigte verhandelt. Die IG Metall verlangt auf 12 Monate 5,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben nach zwei Nullmonaten eine Erhöhung von 2,3 Prozent bei 13 Monaten Laufzeit geboten.
  

Nach dem Start in der Nacht zum 1. Mai sind am Donnerstag nach Angaben der IG Metall bundesweit mehrere tausend Beschäftigte aufgerufen, sich an Warnstreiks beteiligen. Einen ersten Höhepunkt soll die Warnstreikwelle Anfang kommender Woche erreichen.
Am Dienstag werden die Tarifverhandlungen in der dritten Runde zunächst in Baden-Württemberg fortgesetzt.