Frankfurt/Main (dpa) - Die Rekordjagd des Dax hält an: Der wichtigste deutsche Börsenindex kletterte am Dienstag auf den höchsten Stand seiner fast 25-jährigen Geschichte.

Am späten Vormittag übersprang der Leitindex, der die Kursentwicklung der 30 wichtigsten deutschen Aktienwerte abbildet, die bisherige Rekordmarke von 8151,57 Punkten und stieg weiter. Den bisherigen Höchststand hatte er im Handelsverlauf des 13. Juli 2007 erreicht.

Den ebenfalls aus dem Juli 2007 stammenden Schlussrekord (8105,69 Punkte) hatte der Dax bereits am vergangenen Freitag (3.5.) eingestellt: Der Index schloss bei 8122,29 Punkten.

"Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken liefert den Stoff, aus dem Träume gemacht werden", sagte Marktexperte Oliver Roth von Close Brothers Seydler. Der Traum sei noch nicht zu Ende. "Umso schlimmer wird dann aber eines Tages das Erwachen." Hintergrund: Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in der vergangenen Woche den schon extrem niedrigen Leitzins im Euroraum nochmals um 25 Basispunkte auf 0,5 Prozent zurückgenommen. Das soll Unternehmen motivieren, günstig neue Kredite aufzunehmen und zu investieren. Das wird als positiv für die Gewinnerwartungen und damit die Börsenkurse gesehen.

Am Freitag kam noch ein positiver US-Arbeitsmarktbericht hinzu, der die Erwartungen der Analysten übertraf. An der New Yorker Wall Street war der Dow-Jones-Index im Handelsverlauf ebenfalls auf ein Allzeithoch gestiegen.

Aktienexperten hatten erwartet, dass der Rekordschlussstand des Dax neue Käufer anlocken und die Kurse weiter treiben würde. Denn auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten bekommen Anleger seit Monaten kaum noch Zinsen, Aktien werden als Alternative attraktiver. Am Montag war der Dax jedoch zunächst kaum verändert gestartet, unter anderem, weil wegen geschlossener Börsen in Japan und Großbritannien zwei wichtige Impulsgeber fehlten.

Offiziell startete der Dax als Abbild der 30 gewichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland am 1. Juli 1988 mit 1163 Punkten. Vor seiner Einführung herrschte ein regelrechtes Wirrwarr: Es gab einen Index der "Börsen-Zeitung", einen "Commerzbank-Index", einen "FAZ-Index" der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Dax vereinheitlichte das Bild. Von den 30 Gründungsmitgliedern sind viele ausgeschieden: Namen wie Feldmühle Nobel, Nixdorf Computer, Deutsche Babcock, Kaufhof, Degussa verschwanden zum Teil ganz vom Kurszettel.

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