Leipzig (SID) - Die Fans als Sponsor auf der Brust, ein Spendenkonto in der Hinterhand und vielleicht bald ein Testspiel gegen Schalke 04: Fußball-Regionalligist Lok Leipzig stemmt sich mit allen Mitteln gegen die drohende Insolvenz. Der dreimalige DDR-Vizemeister muss eine sechsstellige Summe aufbringen, um ein Finanzloch zu stopfen und das Überleben zu sichern. Die Sachsen kämpfen gegen den Knockout und wollen im Derby am Mittwoch (18.00 Uhr) gegen RB Leipzig die vorzeitige Meisterfeier des Stadtrivalen verhindern.

Heiko Spauke, der das Lok-Präsidium seit Mitte April kommissarisch führt, schließt einen Untergang des Vereins aus. "Zurzeit bin ich 14 Stunden am Tag für Lok unterwegs. Die Signale der Gläubiger und Sponsoren sind positiv. Wir alle wollen, dass es hier weitergeht", sagte der 33 Jahre alte Unternehmer dem Sport-Informations-Dienst (SID). Bis Ende der Woche soll der grobe Etat für die kommende Saison feststehen. Er soll bei etwa einer Million Euro liegen.

Die Unterstützung der Fans spielt dabei eine große Rolle. Seit Februar konnten sich die leidgeprüften Anhänger für 150 Euro einen Platz auf der Brust ihrer Kicker sichern. Auf dem neuen Trikot für die Saison 2013/2014 werden 679 Namen zu einem Logo zusammengeführt. Auf einem Spendenkonto haben sich mehr als 150.000 Euro angesammelt. "Das Fanpotenzial ist für diese Liga einmalig. Unsere Anhänger bemühen sich im Internet sogar um ein Testspiel gegen Schalke 04. Das wäre der Wahnsinn", sagte Lok-Präsident Spauke und hofft somit auf weitere Einnahmen.

Am Mittwoch rücken die Finanzsorgen für 90 Minuten in den Hintergrund. Im Stadtderby gastiert Lok bei RB Leipzig und kann dem Lokalrivalen die vorzeitige Meisterfeier in der Regionalliga Nordost verderben. "Wenn wir ihnen die einzige Niederlage der Saison zufügen, wäre das eine schöne Leistung. Aber wir müssen realistisch bleiben: Wir haben andere Baustellen und RB ist eine Über-Mannschaft", sagte Spauke.