Berlin/Stuttgart (dpa) - Vor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten haben beide Seiten Entgegenkommen signalisiert.

"Es wird nicht bei der Forderung einer IG Metall bleiben und auch nicht bei unserem zuletzt gemachten Angebot bleiben", sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin" und fügte hinzu: "Man wird sich hier auf dem Verhandlungsweg finden müssen."

Auch IG-Metall-Chef Berthold Huber signalisierte Verhandlungsbereitschaft: "Wenn wir ein Angebot kriegen, das wirklich tragfähig ist, dann wird man auch am Verhandlungstisch ein Ergebnis finden." Andernfalls werde es aber zu Streiks kommen: "Im Moment ist die Taktiererei der Arbeitgeber deren bevorzugte Strategie. Dann wird es eben nach Pfingsten eine Auseinandersetzung geben, die nicht am Verhandlungstisch beendet wird", sagte er im "Morgenmagazin".

Gesamtmetall-Präsident Dulger warnte vor allzu großen Erwartungen: "Tarifverträge wirken in der Zukunft. Die vor uns liegende Zukunft ist nicht sehr vielversprechend. Deshalb müssen wir mit Lohnerhöhungen sehr vorsichtig sein, um unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden." Zu großen Lohnsteigerungen sei die Branche in diesem Jahr nicht in der Lage.

Im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg sollten die Tarifverhandlungen für die 740 000 Beschäftigten im Südwesten am Nachmittag in die dritte Runde gehen, an diesem Mittwoch wird in Bayern weiterverhandelt. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Arbeitgeber bieten 2,3 Prozent mehr Einkommen für 13 Monate bei zwei Nullmonaten. Zuletzt hatte die Gewerkschaft mit Warnstreiks den Druck in den Tarifverhandlungen für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie erhöht.

IG Metall

Verbandsgebiet und Mitglieder Südwestmetall

Pressemitteilung zu Arbeitgeberangebot