Manila (dpa) – Drei deutsche Bergsteiger sind beim plötzlichen Ausbruch des Vulkans Mayon auf den Philippinen ums Leben gekommen. Ein philippinischer Bergführer und ein weiterer Ausländer waren ebenfalls unter den Todesopfern, berichtete die Polizei.

Der Tourenveranstalter, der die Wanderung für eine Gruppe von vier Deutschen und einer Österreicherin organisiert hatte, bestätigte, dass drei seiner Gäste unter den Opfern waren. Der Mayon ist der aktivste Vulkan auf den Philippinen. Er brach zuletzt Ende 2009 aus.

Die Österreicherin und mehrere weitere Bergsteiger wurden verletzt. Hubschrauber brachten einige Opfer von den Hängen des Berges rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila in Sicherheit. "Die Verletzten sind alle Ausländer. Sie konnten nicht mehr laufen", berichtete der Bergführer Kenneth Jesalva im Lokalfernsehen, der unverletzt zum Basislager zurücklief und Alarm schlug. "Man muss sich vorstellen: die Geröllbrocken waren teils so groß wie ein Auto und kamen den Hang runter."

Die Deutschen sind zwei Männer und zwei Frauen zwischen 22 und 35 Jahren. Über das Schicksal der vierten Person wusste Tourveranstalter Marti Calleja zunächst nichts zu sagen. Die Deutschen waren schon wieder beim Abstieg, als die Eruption ohne jegliche Vorwarnung passierte, sagte Calleja der Nachrichtenagentur dpa. "Sie waren etwa einen halben Kilometer vom Gipfel entfernt", berichtete er. "Die Gesteinsbrocken sind auf sie niedergegangen. Nach den Berichten, die wir bekommen, sind die Opfer von den Gesteinsbrocken erschlagen worden. Die, die überlebt haben, hatten sehr viel Glück."

Die Gruppe hatte ihr Gepäck in seinem Büro gelassen und kein Hotel gebucht, weil sie die Nacht im Basislager am Berg verbrachte, sagte eine seiner Mitarbeiterinnen.

Am Mayon ist gerade Hochsaison. Knapp 30 Bergsteiger waren auf dem Weg zum 2500 Meter hohen Gipfel. Er ist ein beliebtes Touristenziel und berühmt, weil er einen fast symmetrischen Kegel hat. Bei der Eruption schoss eine 500 Meter hohe Aschefontäne in die Luft. Am späteren Vormittag war es an dem Vulkan wieder ruhig.