Rom (dpa) - Der Bürgerkrieg in Syrien soll rasch beendet werden, ohne dabei die Extremisten zu stärken oder Chemiewaffen in falsche Hände geraten zu lassen. Das muss für US-Spitzendiplomat Kerry das Ziel aller sein.

US-Außenminister John Kerry dringt auf eine rasche politische Verhandlungslösung für das von einem blutigen Bürgerkrieg erschütterte Syrien. Eine Übergangsregierung sei notwendig, sagte Kerry am Donnerstag nach einem Gespräch mit seiner italienischen Kollegin Emma Bonino. Ohne Führung und Versöhnungsprozess sei Syrien ein Pulverfass mit der Gefahr, dass Extremisten gestärkt würden und Chemiewaffen in die falschen Hände geraten könnten.

Er sei Russland dankbar für die Bereitschaft, eine "Genf 2" genannte mögliche Syrien-Konferenz mit organisieren zu wollen. Kerry hatte in Moskau Lösungschancen für den Konflikt ausgelotet. Mögliche russische Raketenlieferungen an Damaskus kritisierte Kerry in Rom als "potenziell destabilisierend" für Israel. Die USA wollten nicht, dass Moskau Assad militärische Hilfe leiste. Jetzt darüber zu reden sei aber kontraproduktiv, das werde auch Thema auf der Konferenz sein.

Kerry hatte zuvor bekräftigt, dass Washington für Syrien eine Übergangsregierung ohne den Machthaber Assad will. Eine solche Führung müsse mit der Zustimmung beider Seiten gebildet werden, "was nach unserer Beurteilung klar bedeutet, dass Präsident Assad nicht Teil dieser Übergangsregierung sein wird", sagte Kerry in Rom bei einem Treffen mit seinem jordanischen Kollegen Nasser Judeh.

Der US-Außenminister will bald nach Israel und ins Westjordanland zurückkehren, um den Nahost-Friedensprozess anzukurbeln. Das kündigte er am Mittwoch nach einem Gespräch mit Israels Justizministerin Zipi Livni an. Livni ist in der Regierung Benjamin Netanjahus zuständig für die Friedensgespräche mit den Palästinensern. In den Gesprächen mit Judeh und Livni hat Kerry nach seinen Worten den Eindruck gewonnen, dass die am Nahostprozess beteiligten Seiten ernsthaft und entschlossen sind, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Der US-Außenminister sagte, er werde um den 21. oder 22. Mai wieder in die Region reisen und seine Bemühungen mit Ernsthaftigkeit fortsetzen. Livni würdigte das Engagement von Kerry nach Jahren des Stillstands im Friedensprozess. Diese Anstrengungen könnten die Realitäten nach Jahren des Stillstands verändern, sagte sie.