Berlin (dpa) - Die Bundeskanzlerin wünscht Erfolg, der DFB-Chef signalisiert Unterstützung, und der FIFA-Boss lobt den Mut, sich als Erster öffentlich zu positionieren. Thomas Bach hat für seine Kandidatur als IOC-Präsident reichlich Zuspruch erfahren. Für viele ist er Favorit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei erfreut über Bachs Absicht und schätze den Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim, sagte eine Regierungssprecherin am Donnerstag auf dpa-Anfrage in Berlin. "Er setzt sich national und international seit langem mit viel Engagement erfolgreich für den Sport ein." Es sei erfreulich, dass sich Bach zu der Kandidatur entschieden habe.

"Die Bundeskanzlerin begrüßt seine Kandidatur sehr und wünscht ihm Erfolg", sagte die Sprecherin weiter. Als Olympiasieger, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und IOC-Vize-Präsident verfüge Bach über große Erfahrung und Reputation auf allen Gebieten des nationalen und internationalen Sports.

Der 59 Jahre alte Bach will im Internationalen Olympischen Komitee Nachfolger des scheidenden Präsidenten Jacques Rogge werden. Die Entscheidung darüber fällt am 10. September in Buenos Aires.

"Kaum jemand vereint so viel Erfahrung als Sportler wie als Sportfunktionär auf sich", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Bachs Kandidatur bezeichnete der auch für den Sport zuständige Minister als "logische Konsequenz seines jahrzehntelangen intensiven Engagements für die olympische Bewegung".

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach signalisierte die Unterstützung des Deutschen Fußball-Bundes. "Er hat uns persönlich von seiner Entscheidung informiert, und ich habe ihn spontan dazu beglückwünscht. Denn ich weiß, welch außergewöhnlich hohe Wertschätzung er im internationalen Sport genießt, über welch große Erfahrung und enorme Kompetenz er verfügt", sagte Niersbach.

Der deutsche Fußball habe von Bach bei der WM 2006 profitiert, als der Spitzenfunktionär dem Aufsichtsrat des Organisationskomitees angehörte. Dies gelte auch für die Frauen-WM 2011 in Deutschland. "Für den gesamten deutschen Sport wäre es ein Zeichen größter Anerkennung, sollte er an die Spitze des IOC gewählt werden."

Für seinen Mut, sich als erster der Kandidaten öffentlich positioniert zu haben, erntete Bach Lob von FIFA-Präsident Joseph Blatter. "Das ist taktisch ein guter Schritt. Man muss Courage haben, sich in einem Wahlkampf als Erster darzustellen. Das finde ich gut", sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes der Nachrichtenagentur dpa. Bachs Bekenntnis habe ihn in keinster Weise überrascht.

Für IOC-Ehrenmitglied Walther Tröger und DLV-Präsident Clemens Prokop ist Bach der aussichtsreichste Kandidat für das höchste Amt im Weltsport. "Ich halte seine Entscheidung für sehr logisch. Er hat jahrelang drauf hingearbeitet. Stand heute ist er der klare Favorit", sagte Tröger. Der Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes erklärte: "Aus meiner Sicht hat er sehr gute Chancen, er genießt ein sehr hohes Ansehen bei den IOC-Mitgliedern, er wird offenkundig von vielen unterstützt. Ich denke, dass der deutsche Sport alles tun sollte, um Thomas Bach bei seiner Kandidatur zu unterstützen."

Als "positive Entscheidung für den deutschen Sport" wertete Uwe Harnos, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, Bachs Ambitionen.
"Thomas Bach hat durch seine Beziehungen und Vernetzungen, durch seine Tätigkeiten in der IOC-Spitze und im DOSB bewiesen, dass er der richtige Mann ist. Für mich war die Entscheidung nicht mehr überraschend, es war ja nur eine Frage der Zeit, wann es soweit ist."

Bach habe als Präsident des DOSB bewiesen, dass er in der Lage sei, große Organisationen mit großem Geschick und politischer Weitsicht zu führen, sagte Stephan Abel, der Präsident des Deutschen Hockey-Bundes und fügte hinzu: "Wir als DHB meinen, dass ihm das auch beim IOC sehr gut gelingen wird."