Bochum (SID) - Trainer Peter Neururer vom abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten VfL Bochum will nur im Falle des Klassenerhalts an der Castroper Straße weitermachen. "Wenn das, was ich mir vorstelle, eintreten sollte, dann würde ich gerne bleiben, sonst würde ich es bleiben lassen", sagte Neururer der FAZ. Der Verein, nach vier Siegen in Serie derzeit mit 38 Punkten auf Tabellenplatz 13, müsse sich zudem realistische Ziele setzen, und er selbst müsse sich als Trainer künftige Mitarbeiter aussuchen können, sagte Neururer.

Ein Patentrezept für seine derzeitige Tätigkeit als "Feuerwehrmann" habe es nicht gegeben, sagte der 58-Jährige: "Am Anfang musst du Glück haben. Nach den ersten Siegen wird der Einfluss auf die Mannschaft dann immer größer." Zugute kam Neururer seine Bochumer Vorgeschichte: "Ich kenne den Verein in- und auswendig, ich konnte sofort in medias res gehen. Wenn du sechs Wochen Zeit hast und drei Wochen brauchst, um die Mannschaft kennenzulernen, dann hast du schon verloren."

Als einen "Riesenfehler" bezeichnete der krisenerprobte Neururer im Rückblick auf seine Karriere sein Engagement beim Zweitligisten Hertha BSC in der Saison 1990/91: "Ich war nach Werner Fuchs und Pal Csernai der dritte Trainer in der Saison. Die Mannschaft war maßlos überschätzt, sie hatte vielleicht Oberligaformat, und das Umfeld war verseucht. Das war die größte Katastrophe, die ich im Fußball je erlebt habe." Für den Abstiegskampf in der Bundesliga hat Neururer nur einen Wunsch: "Ich hoffe, dass es keinen Westverein trifft, Fortuna Düsseldorf sollte also möglichst drinbleiben."