Islamabad (dpa) - Bei der Parlamentswahl in Pakistan ist es zu einem ersten tödlichen Anschlag gekommen.

Nach Krankenhausangaben wurden mindestens drei Menschen getötet und zehn weitere verletzt, als am Samstagmorgen nahe eines Parteibüros in der südpakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi ein Sprengsatz detonierte. Ziel sei ein Büro der paschtunischen Regionalpartei ANP gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Die weltliche ANP war im Wahlkampf immer wieder von den pakistanischen Taliban (TTP) angegriffen worden. Die TTP hält die Wahl für "unislamisch". Bei Anschlägen gegen Parteien und Kandidaten wurden seit April mehr als 120 Menschen getötet. Die Wahl findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Mehr als 620 000 Polizisten, Paramilitärs und Soldaten sollen die Abstimmung vor Taliban-Anschlägen schützen.

Bis 17.00 Uhr (Ortszeit/14.00 MESZ) sind mehr als 86 Millionen Bürger der südasiatischen Atommacht aufgerufen, über die Vergabe von 272 Parlamentssitzen zu entscheiden. Es ist das erste Mal in der 65-jährigen Geschichte des Landes, dass eine zivile Regierung die Macht an demokratisch gewählte Nachfolger übergibt.

Der bisherigen Regierung unter der Volkspartei PPP droht eine Niederlage. Die besten Aussichten auf einen Wahlsieg hat nach einer repräsentativen Umfrage die Muslim-Liga von Nawaz Sharif (PML-N), der schon zweimal Premierminister war. Danach folgt die Tehreek-e-Insaf (PTI) von Kricket-Legende Imran Khan. Vorläufige Ergebnisse werden am Sonntag erwartet.

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