Mailand (SID) - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat sich wegen der erneuten rassistischen Verunglimpfungen gegen den italienischen Fußball-Nationalspieler Mario Balotelli vom AC Mailand empört gezeigt. "Man muss das Problem Rassismus nicht nur mit Worten, sondern mit Taten bekämpfen", twitterte der Chef des Weltverbandes. Der dunkelhäutige Milan-Torjäger Balotelli war beim torlosen Unentschieden gegen den AS Rom am Sonntag durch Gesänge der Gäste-Tifosi beleidigt worden. Der italienische Verband reagierte am Montagabend und verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro gegen den Klub.

Der 77-jährige Blatter kritisierte die Entscheidung des Schiedsrichters, das Spiel zwei Minuten lang zu unterbrechen, statt es sofort abzubrechen. "Entweder es wird weitergespielt oder es wir ganz abgebrochen. Es darf nicht vorkommen, dass ein 22 Jahre alter Spieler mit rassistischen Gesängen beleidigt wird. Leider geschieht in Italien so etwas immer noch", kritisierte Blatter.

Die Rom-Chaoten hatten zuvor mit Schmährufen auch den gebürtigen Berliner Kevin-Prince Boateng beleidigt. Zwei Minuten lang unterbrach der Schiedsrichter die Begegnung. Nachdem Roma-Kapitän Francesco Totti die Fans zur Ordnung gerufen hatte, wurde das Spiel fortgesetzt. Rom muss dennoch mit einer drakonischen Strafe rechnen.

Kritik kam auch vom römischen Bürgermeister Gianni Alemanno. "Niemand darf den Sport beflecken. Solidarität mit Balotelli und strenge Verurteilung jeglicher Form von Diskriminierung", twitterte der Bürgermeister.

Boateng hatte bei einem Testspiel im Januar wegen rassistischer Beleidigungen den Platz verlassen. Seine Mitspieler schlossen sich ihm an, und die Partie gegen den Viertligisten Pro Patria wurde abgebrochen. "Der Sport hat eine soziale Verantwortung und kann viel tun", hatte Boateng bei einer Ansprache vor der UNO in Genf im März betont.