Hamburg (dpa) - Mit einem umjubelten "Lohengrin" hat Opernintendantin Simone Young am Sonntagabend ihren "Wagner-Wahn" an der Hamburger Staatsoper begonnen.

Anders als bei der Premiere vor 15 Jahren wurde Peter Konwitschnys ironisch-heitere Inszenierung, die die romantische Handlung aus dem Mittelalter in ein wilhelminisches Klassenzimmer verlegt, mit viel Beifall bedacht. Applaus im Stehen gab es vor allem für Simone Young am Pult der Philharmoniker, aber auch für den Chor und die Sänger, allen voran Georg Zeppenfeld als König Heinrich und Katja Pieweck als Ortrud, ebenso für Hans-Joachim Ketelsen als Telramund und Petra Maria Schnitzer als Elsa. Burkhard Fritz als Lohengrin musste aus gesundheitlichen Gründen im dritten Akt durch Stig Andersen ersetzt werden.

Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner (1813-1883) will Simone Young innerhalb von drei Wochen alle zehn Hauptwerke des Komponisten dirigieren, darunter neben dem "Ring" von Claus Guth, Peter Konwitschnys "Meistersänger von Nürnberg", Ruth Berghaus' "Tristan und Isolde" und Robert Wilsons "Parsifal".

Wagner-Wahn