Cordenons (SID) - Topfavorit Bradley Wiggins hat sich trotz einer durchwachsenen ersten Woche beim 96. Giro d'Italia seinen Optimismus bewahrt und glaubt weiter fest an den Gesamtsieg. "Die Lücke zur Spitze ist alles andere als uneinholbar", sagte der Brite am Montag. Er habe nie geglaubt, dass der geplante Giro-Sieg so gradlinig verlaufen würde wie sein Tour-Triumph im Vorjahr. Der Ruhetag sei ergiebig gewesen: "Ich brauchte das für den Kopf. Physisch ist alles okay."

Wiggins liegt nach neun Etappen mit 1:16 Minuten Rückstand auf den Gesamtführenden Italiener Vincenzo Nibali (Astana) auf Rang vier. 29 Sekunden hinter Nibali liegt der australische Ex-Tour-Champion Cadel Evans (BMC), gefolgt vom Niederländer Robert Gesink (Blanco/1:15 Minuten zurück). Den Rückstand glaubt Wiggins in den bevorstehenden Bergetappen wettzumachen: "Nibali hatte auch bei der Tour 2012 ein paar schlechte Tage. Warum soll das hier nicht wieder der Fall sein."

Wiggins, Olympiasieger im Kampf gegen die Uhr, hatte beim Einzelzeitfahren am Samstag kaum Sekunden auf Nibali gutgemacht und besonders auch in den Abfahrten große Schwächen offenbart. Am Freitag war er gar gestürzt. Das Zeitfahren sei "seine wirkliche Enttäuschung" gewesen, sagte Wiggins: "Und seien wir ehrlich, ich habe die Abfahrten ein bisschen wie ein Mädchen genommen. Das soll nicht respektlos gegenüber Mädchen klingen, ich habe selbst eines zu Hause."

Am Montag stand der erste von zwei Ruhetagen beim diesjährigen Giro auf dem Programm. Am Dienstag folgt die erste Hochgebirgsetappe über 167 km von Cordenons nach Altopiano del Montasio.