Islamabad (dpa) - Die Wahlbeobachter der Europäischen Union haben der Parlamentswahl in Pakistan ein insgesamt positives Zeugnis ausgestellt.

"In 90 Prozent der Wahllokale wurde der Prozess als zufriedenstellend oder gut beschrieben", sagte der Chef der Beobachtermission, der deutsche EU-Abgeordnete Michael Gahler, in Islamabad. Unregelmäßigkeiten seien in rund zehn Prozent der Wahllokale festgestellt worden. Die meisten davon hätten in der Provinz Sindh gelegen, der Hochburg der abgewählten Volkspartei PPP. Die Wahl sei für Pakistan "ein Schritt nach vorne" gewesen. Die EU-Beobachter besuchten 184 der 272 Wahlkreise.

Die beiden großen unterlegenen Parteien haben Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung am Samstag kritisiert. "Im Punjab und in Sindh ist es zu Manipulationen gekommen", sagte Kricket-Legende Imran Khan in einer Videobotschaft.

Auch die PPP kritisierte Wahlbetrug im Punjab. In der bevölkerungsreichsten Provinz hat die Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premierminister Nawaz Sharif eine überwältigende Mehrheit der Wahlkreise erobert. Das brachte ihr wiederum einen haushohen landesweiten Sieg ein. Die Wahlkommission in Islamabad berief wegen der Manipulationsvorwürfe ein Treffen für Montag ein.

Offizielle Ergebnisse der Wahlkommission

Wahlkommission

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