Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem fortgesetzten Rekordlauf an den US-Börsen wieder Schwung nach oben erhalten und erstmals über 8300 Punkten geschlossen.

Der deutsche Leitindex habe sich von seinem Schlingerkurs in Folge des ZEW-Index kurzfristig wieder befreit, sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Mit einem Plus von 0,72 Prozent bei 8339,11 Punkten ging der Dax aus dem Tag, nachdem er wegen überraschend schwacher ZEW-Konjunkturerwartungen zeitweise nachgegeben hatte.

Der MDax nähert sich in seiner Rekordjagd inzwischen der Marke von 14 000 Punkten an und schloss mit einem Aufschlag von 0,70 Prozent bei 13 971,06 Punkten. Der TecDax gewann 1,20 Prozent auf 962,73 Punkte.

Konjunkturseitig gab es Licht und Schatten: Die Stimmung deutscher Finanzexperten hatte sich im Mai entgegen positiverer Erwartungen nur minimal aufgehellt. Die Industrieproduktion in der Eurozone dagegen war überraschend deutlich gestiegen und zwar doppelt so stark wie von Volkswirten prognostiziert.

Im Fokus stand erneut die auslaufende Berichtssaison. Mit K+S, Merck und der Deutschen Post legten drei Dax-Konzerne Zahlen für das erste Quartal vor. Die Merck-Papiere, die infolge des dynamischen Jahresauftakts beim Pharma- und Chemiekonzern zeitweise auf ein Rekordhoch bei 127,50 Euro gestiegen waren, litten danach unter Gewinnmitnahmen. Mit minus 2,20 Prozent auf 119,95 Euro gingen sie aus dem Handel. Die K+S-Titel drehten ebenfalls ins Minus. Die Aktien der Deutschen Post hingegen rückten an der Dax-Spitze um 3,88 Prozent vor.

Die Aktien der Commerzbank setzten ihre Talfahrt vom Vortag mit beschleunigtem Tempo fort und schlossen auf einem Rekordtief bei 9,312 Euro. Das war ein Minus von 6,28 Prozent. Eine erneute milliardenschwere Kapitalerhöhung des Finanzkonzerns wird für die Alt-Aktionäre noch schmerzhafter als befürchtet. Die Aktien werden zu einem Preis von gerade einmal 4,50 Euro pro Stück platziert.

Im MDax sackten die Papiere der Kupferhütte Aurubis nach dem Quartalsbericht um mehr als sieben Prozent ab. Vor allem die Aussagen zur Geschäftsentwicklung klangen etwas pessimistischer als zuvor, hieß es am Markt. Die Anteilsscheine von Deutsche Wohnen rückten dagegen nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal mit plus 4,60 Prozent an die Index-Spitze. Die Papiere des IT-Dienstleisters Bechtle und die des Medizintechnik-Unternehmens Carl Zeiss Meditec waren nach vorgelegten Geschäftsberichten mit plus 4,61 Prozent beziehungsweise plus 3,98 Prozent die Spitzenwerte im TecDax.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,66 Prozent auf 2795,63 Punkte. In London und Paris legten die Börsen ebenfalls zu. In den USA zeigten sich die Börsen freundlich und der Dow Jones Industrial erklomm einen Höchststand bei etwas mehr als 15 181 Punkten. Auch der S&P 500 erreichte erneut einen Rekordstand.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,11 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent 134,93 Punkte. Der Bund Future sank um 0,06 Prozent auf 144,73 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2977 (Montag: 1,2973) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7706 (0,7708) Euro.