Zürich (dpa) - FIFA-Präsident Joseph Blatter hat nach dem erneuten Rassismus-Eklat im italienischen Fußball die milde Strafe für den AS Rom scharf kritisiert.

Das italienische Sportgericht hatte den Verein zu einer Geldstrafe von 50 000 Euro verurteilt - nur einen Tag nach den Vorfällen beim Serie-A-Spiel zwischen dem AC Mailand und AS Rom. Die Entscheidung nicht einmal 24 Stunden nach dem Spiel nannte der Schweizer am Dienstag in einem Interview auf der Internetseite des Fußball-Weltverbandes "überraschend und völlig unverständlich".

Beim 0:0 am Sonntag hatte Schiedsrichter Gianluca Rocchi die Partie wegen rassistischer Sprechchöre vor allem gegen die dunkelhäutigen Profis Mario Balotelli und Kevin-Prince Boateng für etwa anderthalb Minuten unterbrochen. "Es wurde keinerlei genauere Untersuchung der Ereignisse durchgeführt. Und eine Geldstrafe alleine bringt nichts, das ist inakzeptabel. Geld wird man immer aufbringen können", kritisierte Blatter und betonte: "Was sind 50 000 Euro für einen solchen Zwischenfall? Ich bin damit nicht glücklich und werde mich direkt an den italienischen Verband wenden." So gehe man nicht "mit derartigen Angelegenheiten um", bekräftigte Blatter.

Erst vor kurzem hatte die FIFA eine Task Force gegen Rassismus gegründet und schärfere Sanktionen angekündigt. Darüber muss der Kongress am 30. Mai auf Mauritius entscheiden. Zu den Zwischenfällen in Madrid sagte Blatter: "Ich denke, dass hier wichtige Lektionen nicht gelernt wurden." Es sei "unglaublich", dass es in einem derart wichtigen Spiel in der Serie A "zu solchen Vorfällen gekommen ist", sagte Blatter und sprach von einem "sehr schwerwiegenden Vorgang".

Blatter auf FIFA-Homepage