Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will heute bei ihrem zweiten Demografiegipfel über die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft beraten.

Zu dem Treffen in Berlin werden neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zahlreiche weitere Kabinettsmitglieder erwartet, dazu Wissenschaftler, Bürger und Vertreter von Sozialverbänden.

Innenminister Friedrich sieht in Zuwanderung kein Allheilmittel gegen die Alterung der Gesellschaft. "Es ist eine Illusion zu glauben, wir könnten den demografischen Wandel allein durch Zuwanderung lösen", sagte der Minister vor dem Auftakt des Demografiegipfels.

Deutschland müsse zunächst sein eigenes Potenzial ausschöpfen und dann vor allem Südeuropa in den Blick nehmen, wo dramatische Arbeitslosigkeit herrsche. CDU-Vize Armin Laschet hatte zuvor für deutlich mehr Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten geworben.

Berechnungen zufolge wird Deutschland bis 2060 ein Fünftel der Bevölkerung verlieren. Jeder Dritte wird dann 65 Jahre oder älter sein. Das hat weitreichende Folgen für alle Gesellschaftsbereiche - wie den Arbeitsmarkt, das Gesundheitswesen und die Sozialsysteme.

Zur Vorbereitung auf das Treffen hatte Merkel in den vergangenen Wochen in mehreren Bundesländern Einrichtungen wie Mehrgenerationenhäuser oder Familien- und Seniorenzentren besucht. Im vergangenen Oktober veranstaltete die Regierung ihren ersten Demografiegipfel. Dort wurden neun Arbeitsgruppen eingesetzt. Diese sollen nun erste Ergebnisse vorlegen.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Aydan Özoguz warf der Bundesregierung vor, den demografischen Wandel komplett verschlafen zu haben. "Die Regierung ist den großen Herausforderungen des demografischen Wandels überhaupt nicht gerecht geworden", kritisierte sie in einer Mitteilung.

Demografiebericht der Bundesregierung