München/Baden-Baden (dpa) - Die Beteiligung der Familien von Mordopfern im NSU-Prozess ist aus Sicht der Ombudsfrau der Bundesregierung, Barbara John, von enormer Bedeutung.

"Wir sollten uns in Deutschland - und das betrifft gerade auch die Professionellen im Gerichtssaal - daran gewöhnen, dass die Opfer eine größere Rolle spielen", sagte John am Dienstag dem Südwestrundfunk.

Die Opfer-Beauftragte wies Kritik von Juristen zurück, der Prozess werde womöglich zu sehr aus der Opfer-Perspektive geführt. Die Kritik sei unbegründet, die Opfer müssten immer eine große Rolle spielen, sagte John. "Das ist aber aus der Perspektive der Anwälte wahrscheinlich noch zu neu."

Die Nebenkläger-Beteiligung im Prozess sei noch nicht lange möglich, sagte John. Mehr als 70 Angehörige der Mordopfer sind Nebenkläger in dem als Jahrhundert-Prozess bezeichneten Verfahren gegen die mutmaßliche NSU-Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte. Der Prozess wurde am Vormittag vor dem Oberlandesgericht in München fortgesetzt.