München (dpa) - Mit einer Reihe von Anträgen und Antragsankündigungen ist München der Prozess um die Verbrechen der Neonazi-Terrorgruppe NSU fortgesetzt worden. Sowohl Verteidiger als auch Nebenklage-Vertreter stellten mehrere Anträge.

Der Anwalt von Angehörigen des ermordeten Halit Yozgat, Thomas Bliwier, beantragte, alle anderen Anträge zurückzustellen und endlich die Anklage zu verlesen. Es gebe "keine triftigen Gründe, die ein Abweichen von der gesetzlich vorgesehenen Reihenfolge des Verhandlungsgangs rechtfertigen", sagte Bliwier.

Wolfgang Heer, der Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, kündigte einen Antrag an, die Hauptverhandlung auszusetzen und in einem anderen Saal neu zu beginnen. "Es geht darum, dass aus unserer Sicht hier in diesen Sitzungssaal nicht weiter verhandelt werden kann." Heer beantragte, dass er seinen angekündigten Antrag vorrangig stellen dürfe. Auch die Verteidiger von Ralf Wohlleben kündigten weitere Anträge an.

Knapp 30 Minuten nach Beginn unterbrach der Vorsitzende Richter Manfred Götzl die Sitzung für zehn Minuten zur Beratung.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung