Frankfurt/Main (dpa) - Auch die spürbar aufgehellte Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat am Freitag weitere Verluste im Dax nicht verhindern können.

Bessere US-Daten gaben ebenfalls kaum Auftrieb. Bis zum Nachmittag ging es für den deutschen Leitindex um 0,32 Prozent nach unten auf 8325 Punkte. Nach der kräftigen Korrektur seiner zwölftägigen Gewinnserie am Vortag sei das Vertrauen der Anleger in den Aufwärtstrend etwas angeschlagen, hieß es. Der MDax stabilisierte sich indes um 0,12 Prozent auf 14 002 Punkte, während der TecDax um 0,27 Prozent fiel auf 958 Punkte. Der EuroStoxx 50 büßte 0,10 Prozent ein auf 2774 Punkte.

Dabei zeigten die aktuellen Daten des Ifo-Instituts eine überraschend positive Entwicklung und auch der US-Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter war besser als gedacht. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster konjunktureller Frühindikator, stieg im Mai, obwohl Bankvolkswirte mit einer Stagnation gerechnet hatten. Thomas Gitzel, dem Chefökonomen der VP Bank, fehlen für einen signifikanten Anstieg des Konjunkturbarometers allerdings wichtige Impulse aus dem Verarbeitenden Gewerbe. "Die Verunsicherung über den weiteren wirtschaftlichen Fortgang ist groß", so der Experte.

Der tags zuvor schon um mehr als sieben Prozent abgerutschte Nikkei-225-Index hatte am Morgen die Nervosität der Anleger gezeigt: Einer ersten Erholung vor der Mittagspause war zeitweise ein weiterer Rutsch um rund dreieinhalb Prozent unter 14 000 Punkte gefolgt, bevor er zuletzt im Plus schließen konnte.

Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage wie im bisherigen Wochenverlauf dünn. Schwächster Dax-Wert war die Commerzbank, die am letzten Tag des Bezugsrechtshandels für ihre Kapitalerhöhung um 3,44 Prozent abrutschten. Ebenfalls unter den größten Verlierern waren Daimler-Aktien nach einer Abstufung durch Barclays. Sie sanken um 1,59 Prozent. Mit dem im Vergleich zu den anderen deutschen Autobauern starken Anstieg der vergangenen sechs Monate hätten sich der Kursverlauf der Stuttgarter von der Realität abgekoppelt, schrieb Analyst Michael Tyndall. Bester Dax-Wert war Siemens mit plus 1,76 Prozent.

Nur optisch besonders schwach waren Papiere der Deutschen Bank und von Lanxess, die heute ihre Dividende für das Vorjahr ausgeschüttet haben. Auch bei Salzgitter im MDax, Freenet, United Internet und LPKF Laser aus dem TecDax sowie Amadeus Fire und VTG aus dem SDax gilt es die Dividendenzahlung zu berücksichtigen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,11 Prozent am Vortag auf 1,16 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,25 Prozent 134,64 Punkte. Der Bund Future kletterte um 0,10 Prozent auf 144,66 Punkte.
Der Kurs des Euro ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2939 (Donnerstag: 1,2888) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7729 (0,7759) Euro.