München (SID) - Bei der Anreise zum "German Endspiel" der Champions League hatte Bayern München die Nase vorn. Die Maschine mit der Mannschaft des deutschen Rekordmeisters an Bord kam am Freitag pünktlich um 12.30 Uhr MESZ (11.30 Uhr Ortszeit) in London an. Bei der Landung bei nasskaltem Schmuddelwetter und Regen wurden Spieler, Trainer und Verantwortliche etwas durchgeschüttelt. Zur Begrüßung waren 300 Anhänger an den City-Airport gekommen.

Der BVB, der stilgerecht von Gate "09" am Flughafen in Dortmund seine Reise antrat, landete um 14.53 Uhr Uhr MESZ (13.53 Uhr Ortszeit) am Flughafen Stanstead. "Wir sind voller Zuversicht", hatte Mannschaftskapitän Sebastian Kehl vor dem Einsteigen versichert. Nicht mit an Bord war der verletzte Mario Götze, der sich am Freitag kurzfristig noch einer Weisheitszahn-Behandlung unterziehen musste.

Dass der BVB am Samstag in Wembley ohne den zum FC Bayern wechselnden Götze antreten muss, bereitet ihm angeblich keine Sorgen. "Das ist kein Problem", betonte Sportdirektor Michael Zorc, "wir konnten uns ja darauf vorbereiten. Es wäre ohnehin ein Wunder gewesen, wenn er wieder hundertprozentig fit gewesen wäre, aber es bestand immer Hoffnung." Trainer Jürgen Klopp bekräftigte, er habe seine Endspielmannschaft "schon im Kopf".

Vor dem Abflug der Münchner betonte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge: "Ich finde, wir gehen nicht arrogant, hochmütig oder überheblich nach Wembley. Wir werden einen guten Tag brauchen und so spielen müssen, wie wir das die ganze Saison abgeliefert haben." Präsident Uli Hoeneß schrieb vor dem Abflug Autogramme für die zahlreichen Fans und sagte, seine Vorfreude sei "sehr groß".

Während Franck Ribéry forderte: "Wir müssen so spielen wie zuletzt gegen den FC Barcelona", versicherte Thomas Müller, im vergangenen Jahr im verlorenen "Finale dahoam" gegen den FC Chelsea Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0: "Wir haben sehr viel Selbstvertrauen, aber wir wissen auch, dass alles passieren kann."

Dagegen verweigerte sich Arjen Robben, der im Endspiel 2012 in der Verlängerung beim Stand von 1:1 mit einen Elfmeter am Torhüter Petr Cech gescheitert war, dem Gedanken an eine erneute Niederlage: "Wir gehen dahin, um zu gewinnen. Und Aus." Darüber hinaus betonte er: "Wir sind alle froh, dass es endlich losgeht. Wir wollen jetzt endlich Fußball spielen nach dem ganzen Gerede. Wir sind bereit und sehr heiß."

Die Reiseplanung des FC Bayern für die Mannschaft war besonders clever: Spieler, Trainer und Verantwortliche, insgesamt 60 Personen stiegen in eine Lufthansa-Maschine vom Typ Embraer 190. Dieser zweistrahlige Jet hat eine Sonderzulassung für Steilanflüge, die Münchner konnten damit auf dem London City Airport am Ostrand der Innenstadt landen. Von dort dauert es eine halbe Stunde bis zum Mannschaftshotel am Regent's Park.

Die Borussia dagegen reist über den Flughafen Stansted an, der 55 Kilometer nördlich von London in der Grafschaft Essex liegt. Von dauert es etwa eine Stunde in den Stadtteil Kensington, wo das Hotel des BVB für die erste Nacht liegt. Erstmals bestiegen die Dortmunder auf dem Hinflug eine eigens für sie umlackierte Maschine ihres Sponsors Turkish Airlines, auf deren Heckleitwerk ein riesiges BVB-Emblem prangte.