London (SID) - Gelassen und entpannt präsentierte sich Jürgen Klopp den internationalen Medien in London am Tag vor dem Finale der Champions League am Samstag (20.45 Uhr/Sky und ZDF) gegen Bayern München. "Wenn man nicht der Favorit ist, dann ist man Außenseiter, deshalb nehmen wir uns das Recht in das Spiel zu gehen mit großer Vorfreude und ohne Druck", sagte der BVB-Coach und beantwortete gut gelaunt die Fragen der Journalisten nach dem Weg ins Endspiel, nach seiner Philosophie und natürlich Mario Götze, der wegen seines Muskelfaserisses nicht auflaufen kann und wegen einer Zahnbehandlung erst am Spieltag zur Mannschaft stößt.

"Das mit Mario habe ich mir schon gedacht nach dem Spiel gegen Real Madrid, in dem es passiert ist, dass es nicht reichen wird. Danach hatten wir Hoffnung, haben alles versucht. Es wäre eine Überraschung gewesen, wenn es gereicht hätte, aber keiner hat damit gerechnet", berichtete Klopp.

Zugleich ließ Klopp wissen, dass Dortmund und München eine andere Philosophie verfolgen. Die Bayern konnten viele Menschen gewinnen, weil sie erfolgreich waren, und weil die viele gute Entscheidungen getroffen haben. Wir sind ein Verein, der inzwischen wieder Geld hat, gute Spieler zu holen. Ich glaube, dass die Entwicklung in der letzten Jahren nur in diesem Verein möglich waren. Deshalb werden Abgänge auch emotionaler diskutiert als anderswo.

Mats Hummel bestätigte, dass er keine Probleme mehr mit dem verletzten Fuß (Bänderdehnung am Sprunggelenk) habe. "Der Fuß ist nicht wie vorher, aber er ist okay. Als ich umgeknickt bin, das war ein großer Schock für mich. Ich kenne die Verletzung. Als die Diagnose kam, war ich sehr glücklich. Haben die Chancen, mit einer Mannschaft, die gewachsen ist, die Chance haben, den großen Klub-Pokal der Welt zu holen."

Kapitän Sebastian Kehl ergänzte: "Die Road to Wembley war sehr lang. Wir haben eineinhalb Stunden gebraucht bis in diese fantastische Arena. Wir werden die Atmosphäre aufsaugen und morgen versuchen ein Feuerwerk abzubrennen. 1997 war Dortmund auch eher Außenseiter. Es gibt ja einige Parallelen, was ich spannend finde, wenn jetzt auch noch den Cup holen, das wäre eine tolle Sache."