Osnabrück (SID) - Der VfL Osnabrück ist der Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga einen Schritt näher gekommen, hat aber eine Vorentscheidung in der Relegation verpasst. Der Drittligist gewann das Hinspiel gegen den Zweitliga-16. Dynamo Dresden im eigenen Stadion durch einen Treffer von Gaetano Manno (43.) mit 1:0 (0:0), doch Timo Staffeldt (58.) scheiterte mit einem Strafstoß an Dynamos "Elfmetertöter" Benjamin Kirsten. Im Rückspiel am Dienstag (20.30 Uhr/NDR, MDR und Sky) steht Dynamo nicht nur sportlich unter Siegzwang: Der Abstieg hätte große wirtschaftliche Konsequenzen.

Die Begegnung vor 15.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Bremer Brücke blieb ohne hässliche Szenen auf den Rängen und um das Stadion - trotz Brisanz und einschlägiger Vorbelastung: Bereits 2011 waren beide Teams in der Relegation aufeinander getroffen, damals hatte Dresden in der Verlängerung des zweiten Spiels die Nase vorn. Danach stürmten Dynamo-Fans den Rasen und rissen Sitzschalen aus der Verankerung. Die Polizei nahm 14 Personen vorübergehend fest. Am Freitag hatten die Dynamo-Fans nur 1000 Karten erhalten.

Überschattet wurde das Spiel allerdings durch einen tragischen Todesfall. Kurz vor Anpfiff brach ein 67 Jahre alter Zuschauer auf der Nordtribüne zusammen und konnte nicht wiederbelebt werden.

Mit dem überraschenden Sprung auf Platz drei am letzten Drittliga-Spieltag im Rücken begannen die Gastgeber erwartungsgemäß aggressiv. Bereits in der zweiten Minute musste Dresdens Filip Trojan gegen Simon Zoller auf der Linie klären.

Die Riesenchance zur Führung für die Sachsen hatte Tobias Müller (12.), der frei vor Osnabrücks Keeper Manuel Riemann den Ball nicht über die Linie drücken konnte. Youngster Müller musste noch vor der Pause verletzt vom Platz (31.). In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, ein Klassenunterschied war nicht zu sehen. Osnabrück zeigte sich allerdings als die zielstrebigere Mannschaft und wurde folglich durch Manno belohnt, der mit einem Schuss aus spitzen Winkel den unsicher wirkenden Kirsten schlecht aussehen ließ.

Nach Wiederanpfiff hatte Dynamo seine stärkste Phase und drängte auf den Ausgleichstreffer, doch stattdessen bekam Osnabrück die Riesenchance zum 2:0: Dresdens Verteidiger Romain Brégerie sprang im Strafraum der Ball an die Hand, doch Staffelt scheiterte mit einem schlecht geschossenen Elfer an Kirsten, der den fünften von sieben Strafstößen in dieser Saison parierte.

Beste Spieler bei Osnabrück waren Torschütze Manno und David Pisot, bei Dresden überzeugten Florian Jungwirth und Idir Ouali.

Für beide Klubs geht es in der Relegation ums wirtschaftliche Überleben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Dresden für die 3. Liga noch nicht die Lizenz erteilt, bei einem Abstieg müsste Dynamo den Etat von 20 Millionen Euro halbieren. Noch existenzieller ist die Bedeutung der Relegation für den Gegner Osnabrück. Neun Millionen Schulden drücken den Verein, nur ein 3,6 Millionen-Euro-Darlehen durch die Stadt im vergangenen Dezember rettete den damaligen Tabellenführer vor der Insolvenz.