Polsa (SID) - Der Wintereinbruch in den italienischen Alpen hat am Freitag zur Absage der 19. Giro-Etappe geführt. Das Teilstück über hochalpine 139 Kilometer sowie die Pässe Gavia (2618 m) und Selvio (2758 m) ins Ziel im Martelltal (2059 m) wurde wegen Schneefalls gestrichen. Dies gaben die Organisatoren bekannt, nachdem sie sich am Vorabend noch auf einen geänderten Streckenverlauf geeinigt hatten.

Der Radsportweltverband UCI begrüßte das Vorgehen ausdrücklich. "Die Veranstalter haben die Sicherheit der Fahrer an die erste Stelle gesetzt und wir unterstützen diese Entscheidung. Die Fahrer sind in dieser Woche schon unter sehr schwierigen Wetterbedingungen gefahren, aber diese Bedingungen sind einfach zu extrem", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid.

Auch in Reihen der Fahrer wurde die Absage positiv aufgenommen. "Es war eine schwierige, aber mutige Entscheidung. Danke", twitterte der Rostocker Paul Martens vom niederländischen Team Blanco. Der Gesamtzweite Cadel Evans (Australien/BMC) erklärte: "Ich habe mich sowieso schon gefragt, wie man bei diesem Wetter Rennen fahren will. Die Veranstalter haben das Richtige getan."

Der Kurs der 20. Etappe am Samstag von Schlanders zu den Drei Zinnen wurde inzwischen verändert. Drei Bergpässe wurden aus dem Rennen genommen, zwei Anstiege inklusive des Schlussanstiegs sollen aber erhalten bleiben. Die zu absolvierende Distanz erhöhte sich allerdings auf 210 km statt 203 km. Bereits am vergangenen Wochenende waren die hochalpinen Etappen nach Sestriere (Samstag) und auf den Col du Galibier (Sonntag) wegen Schneefalls verkürzt worden.

Der Giro endet am Sonntag in Brescia. Souveräner Spitzenreiter ist der Italiener Vincenzo Nibali, der vor seinem ersten Gesamtsieg bei der Traditions-Rundfahrt steht.