Köln (SID) - Der deutsche Sport hat sich am Freitag bei einem Festakt zum 100. Geburtstag von Willi Daume in Köln vor dem international bedeutenden Sportführer verneigt. "Willi Daume stand ganz am Anfang meiner sportpolitischen Laufbahn. Ich bin ihm von Herzen dankbar, er hat mir viel gegeben", erklärte Thomas Bach, der am 10. September in Buenos Aires anstrebt, was dem kurz vor seinem 83. Geburtstag verstorbenen Funktionär und Unternehmer 1980 verwehrt geblieben war: Das Präsidentenamt im Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Neben Bach würdigten Walther Tröger, Nachfolger von Willi Daume als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), der frühere Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, der beim Projekt Olympia 1972 eng mit Daume zusammengearbeitet hatte, und Manfred Lämmer als Chef der Deutschen Olympischen Akademie das Wirken des früheren IOC-Vizepräsidenten (1978-91). Der ehemalige Eislaufstar Katarina Witt zollte den Tribut aus Sicht der sechs anwesenden Olympiasieger/innen.

Bach würdigte dabei auch Daumes entscheidenden Beitrag zur Mitbestimmung der Sportler im IOC, dessen erster Athletensprecher er 1981 war. Vogel, dessen Rede per Video eingespielt wurde, bezeichnete Daume "als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten, die mir im Laufe meines Lebens begegnet sind." Lämmer sagte im Deutschen Sport- und Olympiamuseum: "Sport war das Feld, auf dem Willi Daume Kunst und Kultur lebte. Er war sich sicher, dass der Sport dieser Überhöhung bedarf, um in der Gesellschaft anerkannt zu werden." Tröger, lange Jahre auch IOC-Sportdirektor: "16 Jahre Zusammenarbeit mit Willi Daume haben mich geprägt. Die Spuren, die er gelegt hat, sind bedeutend."

Daume, Hand- und Basketball-Nationalspieler, war 1949 erster Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) und wurde 1950 als Kompromisskandidat Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB). Daume blieb DSB-Präsident bis 1970, führte von 1961 bis 1992 über 31 Jahre das NOK, die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG/1979-88), kurzzeitig auch die Sporthilfe (1988-91). 1992 erhielt der 79-Jährige vom IOC den Olympischen Orden in Gold. Und in seinem Heimatland das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband.