Lausanne (SID) - Vierter Konkurrent für Thomas Bach: Ruder-Weltpräsident Denis Oswald hat am Freitag seine Kandidatur für das Präsidentenamt im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angekündigt. Dies ließ der 66 Jahre alte Schweizer Anwalt über die Website des Ruder-Weltverbandes FISA verlauten und informierte am gleichen Tag seine IOC-Kollegen.

Nur zwei Tage vor Oswald hatte IOC-Schatzmeister Richard Carrion (Puerto Rico) seine Kandidatur öffentlich gemacht. Ihm zuvor gekommen waren neben Bach, der sich am 9. Mai als Erster erklärt hatte, der Multimillionär Ng Ser Miang aus Singapur und Wu Ching-Kuo (Taiwan), Präsident des Amateurbox-Weltverbandes Aiba. Über die Nachfolge des Belgiers Jacques Rogge, der nach zwölf Jahren laut IOC-Statuten nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren darf, wird am 10. September in Buenos Aires entschieden.

Oswald war bei drei Olympischen Sommerspielen als Ruderer dabei. Den Ruder-Weltverband führt er seit 1989. 1991 wurde er ins IOC gewählt, ist seit 2000 Mitglied der Exekutive. Oswald war Mitglied der Koordinierungskommission für die Olympischen Sommerspiele 2000 und 2004, seit 2005 präsidiert er die Koordinierungskommission für die Olympischen Sommerspiele 2012. Vergangenes Jahr hatte der Jurist die Chef-Position in der Vereinigung der olympischen Sommersport-Verbände ASOIF abgegeben, um nach einer IOC-Kandidatur mehr Freiraum zu haben.

Erwartet wird vor der Tagung IOC-Exekutivtagung kommende Woche in St. Petersburg auch die Kandidatur von Sergej Bubka, Vizepräsident im Leichtathletik-Weltverband IAAF und noch immer Weltrekordler im Stabhochsprung. Abgabefrist für eine Kandidatur ist am 6. Juni.