Duisburg (SID) - Beim finanziell angeschlagenen Zweitligisten MSV Duisburg kehrt auch nach der fristgerechten Abgabe der Lizenzunterlagen bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) am vergangenen Donnerstag keine Ruhe ein. Ein Brief des langjährigen Klubchefs Walter Hellmich an MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch, der das Schreiben an alle Vereinsgremien weiterleiten sollte, sorgt für Aufregung. "Ich kann nicht länger akzeptieren, dass der Verein von gewissen Leuten hingerichtet wird, deshalb habe ich den Brief geschrieben", sagte Hellmich.

Der Reviersport veröffentlichte den Brief auf seiner Internetseite. "Der finanzielle, sportliche und gesellschaftliche Niedergang des MSV ist für mich kaum zu ertragen, d.h. die Totengräber von innen und außen haben ganze Arbeit geleistet, so dass der MSV unmittelbar vor der Insolvenz steht", schrieb Hellmich. Der 69-Jährige hatte den Zebras im Winter mit 600.000 Euro das Überleben gesichert, am vergangenen Donnerstag half er dem klammen Verein mit einer halben Million Euro. "Es muss endlich aufgeräumt werden, so kann und darf es nicht weitergehen", schrieb Hellmich.

Kentsch wollte keinen Kommentar zu dem Schreiben abgegben. Er bestätigte dem Reviersport aber, dass er es an die Vereinsgremien weitergeleitet habe. Bau-Unternehmer Hellmich, der seine Ämter 2010 aufgegeben hatte, hob in dem Brief die positiven Seiten seiner Amtszeit hervor: "Der 2002 ebenfalls kurz vor der Insolvenz stehende MSV wurde gerettet, und danach begann ein beispielhafter, sportlicher, gesellschaftlicher und finanzieller Aufstieg. Zu meiner Zeit wurden die Stadionmieten pünktlich gezahlt, und wir erwirtschafteten und tilgten über 15 Millionen Euro. Von dem allen ist nichts mehr übrig geblieben."