Dortmund (SID) - Liga-Präsident Reinhard Rauball hat ein neues Anforderungsprofil für den Posten des Sportdirektors beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefordert. "Der Fortgang von zwei Sportdirektoren in kurzer Zeit ist eine höchst kritische Entwicklung. Diese Position wurde geschaffen, um Kontinuität zu gewährleisten", sagte der 66-Jährige dem kicker: "Für diese Position muss ein neues Anforderungsprofil geschaffen werden." Inzwischen gibt es offensichtlich auch Personen, die eine Neubesetzung des Sportdirektorenpostens infrage stellen.

Am vergangenen Donnerstag hatte DFB-Sportdirektor Robin Dutt um seine Freigabe beim Verband für einen Wechsel zum Bundesligisten Werder Bremen gebeten, obwohl er nicht einmal zehn Monate im Amt war. Am Montag erteilte ihm das DFB-Präsidium die Freigabe. Am 25. Juli 2012 hatte der ehemalige Chefcoach des SC Freiburg und von Bayer Leverkusen die Nachfolge von Matthias Sammer (Wechsel zu Bayern München) beim DFB angetreten.

"Im Präsidium sind wir uns einig, dass diese Entwicklung nicht zum generellen Anforderungsprofil der Position des Sportdirektors passt, langfristig und kontinuierlich die sportliche Richtung vorzugeben und zu gestalten. Bei Matthias Sammer ist dieses Ziel erreicht worden, denn er kam im April 2006 und hat über sechs Jahre diese Vorgabe erfüllt", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Der 62-Jährige ergänzte: "Im aktuellen Fall haben wir trotzdem keine Alternative gesehen, weil Robin Dutt uns seinen Wunsch, wieder als Trainer tätig zu werden, mit Nachdruck vorgetragen hat. Wir wünschen ihm für seine weitere Karriere alles Gute." Der DFB werde die Suche nach einem Nachfolger "ohne jeden Zeitdruck betreiben" und dabei auch das Anforderungsprofil für einen DFB-Sportdirektor nochmals sorgfältig überprüfen.

Der Ligaverband ist angeblich verärgert über die Abwanderung des 48-jährigen Dutt. Angeblich wollten sich die vier DFB-Präsidiumsmitglieder des Ligaverbandes bei der Abstimmung über eine Freigabe für Dutt der Stimme enthalten. Verstimmung soll vorherrschen, weil die Liga gerade den Plänen für ein millionenschweres DFB-Leistungszentrum zugestimmt hat, das Dutt mit Nachdruck gefordert hatte, berichtet das Fachblatt kicker.