Belgrad (dpa) - Nach dem Kosovo hat auch Serbien einem von der EU vermittelten Abkommen zur Normalisierung ihrer Beziehung zugestimmt. "Das Abkommen wird dazu beitragen, die Probleme vor Ort zu lösen", begrüßte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel diesen Durchbruch.

Doch neue Bedingungen von serbischer Seite und eine Boykottandrohung der serbischen Minderheit im Kosovo nährten bereits Zweifel an der Umsetzung der Übereinkunft.

Oliver Ivanovic verlangte als einer der wichtigsten Führer der Kosovo-Serben, seine Landsleute dort müssten ihre serbische Staatsangehörigkeit und Pässe behalten. "Wir müssen auch die Garantie bekommen, dass auf den Zeugnissen unserer Kinder aus den Grundschulen, Mittelschulen und Fakultäten nicht geschrieben steht 'Republik Kosovo'", sagte er am Montag der Belgrader Agentur Beta. Nach dem Abkommen ist jedoch geplant, dass die Serben unter Einräumung einer weitgefassten Selbstverwaltung sich in das System des Staates Kosovo eingliedern müssen.

In Pristina machte auch die oppositionelle Parlamentspartei "Vetevendosje" (Selbstbestimmung) gegen das Abkommen Front. Einer Autonomie der serbischen Minderheit in Nordkosovo könne nicht zugestimmt werden, erklärte die drittstärkste politische Kraft im Lande am Montag. Die Kosovo-Serben hatten schon in den vergangenen Tagen angekündigt, sie wollten die Umsetzung des Abkommens boykottieren und sich nicht an den für Oktober geplanten Kommunalwahlen beteiligen.

Bereits am Sonntag hatten tausende serbische Nationalisten Regierungschef Ivica Dacic bei einer Rede niedergeschrien. "Ihr habt das Kosovo verkauft!" und "Verräter, Verräter!" hatten sie gerufen. Die Nationalisten im Belgrader Parlament (DSS) riefen ihre Landsleute am Montag zum aktiven Widerstand auf.

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