Frankfurt/Main (SID) - Generalsekretär Jörg Ziegler vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) hat den Verteilerschlüssel des Förderungssystems im deutschen Sport kritisiert. "Eine Mannschaftssportart muss im Förderkonzept anders behandelt werden als eine Einzelsportart. Unsere Grundförderung ist gesunken, obwohl wir erfolgreich waren", sagte Ziegler am Montag in Frankfurt am Main. Die Volleyballer hatten bei den Olympischen Spielen 2012 in London den fünften Platz belegt.

Männer-Bundestrainer Vital Heynen schlug sogar vor, dass bei Olympia künftig jedes einzelne Edelmetall in den nationalen Medaillenspiegel mit einfließen sollte, um die Teamsportarten verdientermaßen aufzuwerten. "Beim Beachvolleyball wären es dann zwei, beim Hallenvolleyball zwölf Medaillen", meinte der 43-jährige Belgier.

Eine finanzielle Herausforderung stellt vor allen Dingen die Weltliga dar. Jeweils 250.000 Dollar kostet die Verbände die Teilnahme an der World League. Dort trifft die DVV-Auswahl in diesem Jahr auf die Top-Teams aus Italien, Kuba, Serbien, Russland und Iran. Höhepunkte sind dabei die beiden Heim-Wochenenden gegen Kuba in Bremen (22./23. Juni) und Olympiasieger Russland in Frankfurt am Main (5./6. Juli).

Ziegler verriet, dass die deutschen Spieler sogar ihre Siegprämien spenden, um eine weitere Teilnahme der Nationalmannschaft an der Weltliga nicht zu gefährden. "Wenn sich auch noch die Spieler in so eine Richtung engagieren müssen, wird es zum Problem", sagte Ziegler.

Bundestrainer Heynen bezeichnete das nacholympische Jahr als "wichtiges Jahr". Nicht zuletzt, weil vom 18. bis 30. September die EM in Dänemark/Polen stattfindet. Bereits in der ersten Januar-Woche 2014 steht dann die WM-Qualifikation an. 2013 will Heynen vor allen Dingen dazu nutzen, junge Spieler an die DVV-Auswahl heranzuführen. Da die Routiniers Georg Grozer, Christian Dünnes und Sebastian Schwarz eine Nationalmannschafts-Pause einlegen, soll sich auch eine neue Hierarchie entwickeln. "Wir haben keinen Messi und keinen Ronaldo. Es soll eine Mannschaft entstehen, die mehr ausbalanciert ist. Das ist eine positive Herausforderung", sagte Heynen.