Köln (dpa) - Die Privatbank Sal. Oppenheim will bis Ende 2014 bis zu 330 Stellen in Deutschland streichen.

Auf betriebsbedingte Kündigungen solle möglichst verzichtet werden, teilte die Bank am Dienstag in Köln mit.

Derzeit kommt Sal. Oppenheim auf noch 870 Stellen, davon 710 im Inland und 160 in Luxemburg. Mehr als ein Drittel aller Stellen fällt damit weg. Zudem werden vier von derzeit elf Niederlassungen geschlossen.

Sal. Oppenheim will sich voll auf das Kerngeschäft Vermögensverwaltung konzentrieren und strebt nach eigenem Bekunden "die Rückkehr von einem international ausgerichteten Privatbankkonzern zu einer exklusiven Privatbank" an.

Die einst größte europäische Privatbank war nach Fehlspekulationen und hohen Verlusten Anfang 2010 von der Deutschen Bank übernommen worden. In besten Zeiten hatte das Kölner Traditionshaus gut 4000 Beschäftigte.

Auf die Umsetzung der Maßnahmen - sie waren bereits im November ohne Detailangaben angekündigt worden - einigten sich nun laut Bank-Mitteilung Vorstand und Gesamtbetriebsrat.

In den kommenden Monaten stehen Gespräche zur Aufhebung von Arbeitsverhältnissen im Rahmen eines Sozialplans an. Betroffen sind vor allem Beschäftigte aus Abwicklung, IT und Infrastruktur sowie auch aus operativen Geschäftsbereichen.

Der neue Vorstandschef Wolfgang Leoni - erst seit April 2013 im Amt - sprach von einem "schmerzhaften Prozess". Er sei aber unverzichtbar, "um eine nachhaltige Profitabilität unseres Hauses in der Vermögensverwaltung sicherzustellen."

Das Bankhaus reduziere Kosten und verlagere Abwicklungsprozesse, hieß es. Beschlossen wurde auch eine "regionale Neuordnung". Die Niederlassungen in Bielefeld, Hannover, Bremen und Stuttgart werden aufgegeben.

Die frühere Führung des Geldhauses aus vier persönlich haftenden Gesellschaftern war vor dem Verkauf an die Deutsche Bank abgetreten. Sie muss sich vor dem Kölner Landgericht in einem Strafprozess wegen
des Verdachts der schweren Untreue verantworten.