Seoul (dpa) - Nach der abrupten Schließung des innerkoreanischen Industrieparks von Kaesong im April ist Nordkorea zu Gesprächen über eine mögliche Wiedereröffnung bereit.

Das für die Beziehungen zu Südkorea zuständige Komitee für eine friedliche Wiedervereinigung Koreas lud am Dienstag die betroffenen südkoreanischen Fabrikbesitzer in die grenznahe Sonderwirtschaftszone auf nordkoreanischem Gebiet ein. Nordkorea sei bereit, "Diskussionen über eine Normalisierung" der Zone zu führen, zitierten Staatsmedien des kommunistischen Landes einen Sprecher.

Südkoreas Vereinigungsministerium wies das Angebot zurück und rief Pjöngjang auf, zunächst auf den südkoreanischen Vorschlag zu Gesprächen zwischen Regierungsvertretern über die Zukunft des Kaesong-Komplexes einzugehen. Dies hatte Nordkorea bisher abgelehnt.

Pjöngjang hatte angesichts der zunehmenden politischen und militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel alle seine 53 000 Landsleute aus dem Gewerbekomplex abgezogen. Sie hatten dort für 123 Unternehmen aus Südkorea gearbeitet. Pjöngjang hatte zunächst von einer "vorübergehenden" Schließung gesprochen. Mit der Schließung des Industrieparks wurde auch die bis dahin letzte Verbindung zwischen beiden Ländern gekappt.