St. Petersburg (SID) - Thomas Bach begrüßt in der Bekämpfung des Wettbetrugs den Vorschlag von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zur Einrichtung von Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften. "Eine zentrale Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft mit entsprechender Ausstattung wäre ein gutes Mittel, um die Wettmanipulation und Korruption im Sport an der Wurzel zu bekämpfen", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in St. Petersburg, wo sich bis Freitag zur Tagung Sport Accord IOC und Weltverbände versammeln. Dort tagt auch die IOC-Exekutive, in der Präsidentschaftskandidat Bach als Vizepräsident vertreten ist.

"Da im Bereich Wettmanipulation und Korruption internationale kriminelle Vereinigungen agieren, ist eine Zentralisierung in einer international vernetzten deutschen Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft sehr zielführend. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat auf diesem Feld bereits sehr gute Arbeit geleistet", meinte Bach.

Friedrich hatte am Montag erklärt, die Manipulation von Sportwettbewerben sei "ein Krebsgeschwür, das die ganze internationale Sportwelt bedroht", und die Einrichtung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften vorgeschlagen. Die Behörden sollten international organisiert sein und betrügerische Wettmanipulationen im Sport verfolgen. So könnten die Kompetenzen der Ermittler spezialisiert werden, sagte der Minister dem Berliner Tagesspiegel.

Der Minister schloss auch gesetzliche Konsequenzen nicht aus. Falls die Erfahrungen der Ermittler in Bochum, die internationalen Wettmanipulationen auf der Spur sind, "gravierende Regelungslücken offenbaren, dürfen wir uns auch strafrechtlichen Neuregelungen nicht verschließen", sagte der für den Sport zuständige Bundesminister.