Berlin (SID) - Die Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk hat die Berliner Erklärung, die am Donnerstag zum Abschluss der 5. Weltsportministerkonferenz verabschiedet wird, als einen "großen Schritt" in die richtige Richtung bezeichnet. "Nehmen Sie allein das Thema Spielmanipulation. Da hat sich noch vor drei, vier Jahren keiner ran getraut, und jetzt wird es durch die Erklärung international als Problem anerkannt", sagte die Sportbeauftragte von Transparency International zum Auftakt der 5. Mineps.

Der Kampf gegen die Manipulation von Fußballspielen bildet einen der Kernpunkte der 3. Kommission der Konferenz, die Schenk im Berliner Interconti-Hotel leitet. Mit der Einbindung des Problems in die Schlusserklärung sei ein Vorstoß gelandet. "Dann müssen die Sportminister sehen, wie sie das Thema in ihren Ländern umsetzen. Zumindest aber sind alle dafür sensibilisiert", sagte Schenk.

Ähnlich verhalte es sich mit der stärkeren Betonung der Nachhaltigkeit bei Bewerbungen für die Ausrichtung von sportlichen Großereignissen wie Olympischen Spielen. "Auch in der bisherigen Münchner Bewerbung für olympische Winterspiele bezieht sich die Nachhaltigkeit nur auf ökologische Aspekte. "In der Kommission wurde erarbeitet, dass auch ökonomische sowie soziale Aspekte eine Rolle spielen müssen. Das werde ich einer erneuten Münchner Bewerbung für Winterspiele noch einmal klar machen müssen", sagte Schenk.

Auch Willy Lemke sieht in der Berliner Erklärung einen großen Wurf. "Es ist sehr wichtig, dass Inklusion eine so zentrale Rolle spielt. In Deutschland oder Europa wird für Menschen mit Behinderungen in Sachen Sport schon viel getan. Das gilt aber nicht für alle Länder auf dieser Erde", sagte der Aufsichtsratschef von Fußball-Bundesligist Werder Bremen, der an der Konferenz als Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport teilnimmt.

Über 500 Deligierte und Sportminister aus 195 Mitgliedstaaten der UNESCO nehmen an der Konferenz in der deutschen Hauptstadt teil. Am Mittwoch wird die Tagung offiziell durch Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet.