London (dpa) - Rund eine Woche nach der brutalen Tötung eines Soldaten in London ist einer der beiden Hauptverdächtigen in dem mutmaßlichen Terrorfall wegen Mordes angeklagt worden.

Der 22-Jährige, der von der Polizei am Tatort im Stadtteil Woolwich angeschossen worden war und sechs Tage im Krankenhaus verbrachte, erschien am Donnerstag vor Gericht in London. Bei dem ersten Termin bestätigte er lediglich seinen Namen und seine Adresse, dann wurde die Anklage verlesen. Hinweise auf die Beweggründe hinter der Tat gab es noch nicht. 

Die Staatsanwaltschaft betonte, dass die Anklagepunkte unter die Gesetze gegen Terrorismus fielen. Der Angeklagte und ein weiterer Mann sollen am vergangenen Mittwoch einen 25 Jahre alten Soldaten auf offener Straße und in der Nähe seiner Kaserne brutal ermordet haben, unter anderem mit einem Fleischerbeil.

Als die Polizei eintraf, fand sie die beiden Männer bei der Leiche. Neben der Mordanklage wird dem 22-Jährigen auch der Besitz einer Schusswaffe vorgeworfen. Der zweite Hauptverdächtige, ein 28-Jähriger, liegt weiter mit Verletzungen durch Polizeischüsse im Krankenhaus. Er hatte nach der Tat mit blutigen Händen vor einer laufenden Handykamera posiert und islamistische Parolen gerufen.

Der Soldat und Familienvater war einer Obduktion zufolge an Stich- und Schnittwunden gestorben. Seit Mittwoch haben Hunderte Menschen Blumensträuße am Tatort niedergelegt. Auch seine Familie besuchte den Ort, an dem er starb. Die Polizei hatte im Laufe der Woche mehrere Verdächtige festgenommen, zum großen Teil aber auf Kaution wieder auf freien Fuß gelassen. Die Ermittlungen seien extrem komplex, hatte es von Scotland Yard geheißen.

Der nächste Gerichtstermin findet am Montag (3. Juni) statt.

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