Frankfurt/Main (dpa) - Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der weltweit führenden Notenbanken hat am Dienstag einen Großteil der Gewinne am deutschen Aktienmarkt aufgezehrt.

Der Leitindex Dax rettete am Ende aber ein Plus von 0,12 Prozent auf 8295,96 Punkte ins Ziel. Davor hatten negative Konjunkturdaten für zwei Verlusttage in Folge gesorgt. Der MDax rückte zum Handelsschluss um 0,40 Prozent auf 14 006,30 Punkte vor. Für den TecDax ging es um 0,30 Prozent auf 957,92 Punkte nach oben.

Einige Marktexperten äußerten die Einschätzung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung am Donnerstag zwar den Grundton einer lockeren Geldpolitik beibehalten, aber nach der Leitzinssenkung im vergangenen Monat keine entscheidenden Maßnahmen treffen werde. Für das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed könnte der monatliche US-Arbeitsmarktbericht am Freitag wichtige Aufschlüsse geben. Derzeit steht und fällt das Börsengeschehen mit der Geldpolitik der großen Notenbanken.

Dass der Dax am Ende doch noch im Plus schloss, begründete Marktstratege Ishaq Siddiqi vom Broker ETX Capital mit der wieder etwas gestiegenen Risikofreude der Anleger, nachdem der japanische Aktienmarkt nach dem verlustreichen Wochenauftakt wieder deutlich zugelegt hatte.

Für die Titel der Deutschen Bank ging es nach Aussagen über ein anhaltend solides Geschäft um 2,28 Prozent auf 36,725 Euro hoch. Die Autotitel profitierten nur kurz von überwiegend positiven US-Absatzzahlen - dann dämpften rückläufige Pkw-Verkaufszahlen für Deutschland die Euphorie deutlich. Zudem drohen laut einer Studie die japanischen Hersteller wegen des niedrigen Yen der deutschen Konkurrenz den Rang abzulaufen.

BMW-Aktien hielten sich mit plus 0,26 Prozent noch vergleichsweise gut. Dagegen büßten Volkswagen-Vorzugsaktien und Daimler 1,08 respektive 0,99 Prozent ein, womit sie zu den größten Verlierern im Dax gehörten. Im MDax gaben die MAN-Titel 1,18 Prozent ab, nachdem die VW-Lastwagentochter mitgeteilt hatte, sie rechne wegen etlicher Probleme im laufenden Jahr mit einem Gewinneinbruch.

Die Aktien von Kabel Deutschland legten dank neu angefachter Übernahmefantasien um 2,20 Prozent zu. Beim Bezahlsender Sky Deutschland sahen Börsianer positive Impulse durch eine Kooperation mit der Deutschen Telekom bei Sportübertragungen - die Aktien gewannen an der MDax-Spitze 4,93 Prozent.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 stieg zum Handelsende um 0,29 Prozent auf 2755,70 Punkte. Der CAC 40 in Paris und die Börse in London legte ebenfalls leicht zu. Am US-Aktienmarkt bewegte sich der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss kaum von der Stelle.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,23 Prozent am Vortag auf 1,25 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,17 Prozent auf 133,91 Punkte. Der Bund Future verlor 0,01 Prozent auf 143,43 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,3092 (Montag: 1,3008) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7638 (0,7688) Euro.