München (dpa) - Jupp Heynckes macht erstmal Verschnaufpause, ob der 68-Jährige noch einmal auf die Trainerbank zurückkehrt, ließ er offen.

«Ich habe persönlich etwas gegen endgültig», sagte Heynckes in München. «In bin in einer Situation, wo ich das nicht heute bekanntgeben sollte», betonte Heynckes, der bei der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz alle erstmal auf die Folter spannte.

Gut eine halbe Stunde nach Beginn äußerte er sich umrahmt von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß zu seiner Zukunft. «Ich sage Ihnen, ich werde erstmal Urlaub machen.» Heynckes haben diesen Urlaub «von uns allem am meisten verdient», meinte Rummenigge drei Tage nach dem Gewinn des historischen Triples für den FC Bayern durch den DFB-Pokalsieg.

Zuvor hatten die Münchner unter der Ägide von Heynckes die Meisterschaft und allem voran die Champions League im Finale von London gegen Borussia Dortmund gewonnen. Es war Heynckes zweiter Triumph in der Königsklasse nach 1998 mit Real Madrid.

Die Erfolgsserie mit den Bayern während seiner dritten Amtszeit als Coach des deutschen Rekordmeisters weckte auch die Begehrlichkeiten anderer Topvereine. «Ich bin nicht wankelmütig geworden, aber sie können sich vorstellen, dass nach so einer Saison auch andere Vereine Interesse finden an mir», sagte Heynckes, dessen Trainerkarriere am 1. Juli 1979 bei seinem Herzens- und Heimatverein Borussia Mönchengladbach begonnen hat.

Namen nannte er nicht, nur soviel: Es seien reiche Clubs dabei gewesen, bei denen das Geld keine Rolle spiele. Zudem sei ein Verein darunter gewesen mit einer vergleichbaren Tradition wie sie der FC Bayern habe. Dabei dürfte es sich wohl um Real Madrid gehandelt haben, das weiterhin einen Nachfolger für José Mourinho sucht. Heynckes betonte aber: «Ich werde weder im Inland noch im Ausland ab dem 1.7. ein Engagement eingehen.»

Was danach kommt, ist ungeklärt. Heynckes erzählte nur, dass er nach dem verlorenen Champions-League-Finale dahoam vor einem Jahr seiner Frau gesagt habe, seinen Vertrag beim FC Bayern erfüllen zu wollen, nicht aber einen weiteren Vertrag anzunehmen. Auf Nachfrage wollte sich Heynckes im Glanz der Trophäen der vergangenen Saison aber nicht festlegen.

Er nutzte die Pk, die fast so lange dauerte, wie ein Fußballspiel, auch um seiner Gattin mit stockender Stimme zu danken und gab zu: «Ich habe meinen Beruf immer vor das Privatleben gestellt.» Nun sei er 68, und es gebe auch ein Leben nach dem Berufsleben.

Nutzen kann er die Freizeit nach über 1000 Spielen als Spieler und Trainer auch, um in der riesigen Chronik des FC Bayern zu blättern, die ihm Rummenigge und Hoeneß überreichten. Versehen mit der Zahl 1613 - stehend für den finalen DFB-Pokalsieg am 1.6. 2013.

«Ich habe mir gedacht, einen besseren und verdienteren Abgang kann es nicht geben», meinte Rummenigge und erinnerte an dem triumphalen Empfang am Sonntag in München als frischgebackener Cupgewinner mit den leidenschaftlichen «Jupp, Jupp, Jupp»-Rufen der Fans. «Jupp Heynckes hat es geschafft, die Spieler zusammenzuführen, zu einer Mannschaft und zu Freunden zu machen», betonte Hoeneß, bei dem sich der Coach wiederum mit fast tränenerstickter Stimme bedankte.