Berlin/Essen (dpa) - Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen setzt sich gegen Kritik der Gewerkschaft Verdi an seiner Geschäftsführung zu Wehr. "Wenn ich nicht eingestiegen wäre, dann gäbe es Karstadt heute nicht mehr. Das vergessen viele Leute immer wieder", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Er habe wie versprochen die Gehälter inzwischen wieder auf das Niveau vor der Pleite gebracht, weitere Erhöhungen seien wegen der Sanierung aber für die nächsten zwei Jahre unmöglich.

Berggruen hatte dem Essener Konzern eine zweijährige "Tarifpause" für seine "vollständige Gesundung" verordnet, mit der drohende Mehrbelastungen in Millionenhöhe abgewendet werden sollen. Verdi will jedoch erreichen, dass die 20 000 Mitarbeiter an kommenden Tariferhöhungen der Branche teilhaben. Um den Druck zu erhöhen, soll es in den nächsten Tagen weitere Streiks geben, nachdem am Montag nach Gewerkschaftsangaben bereits rund 450 Beschäftigte in Hamburg die Arbeit niedergelegt hatten. Verdi fordert auch höhere Investitionen Berggruens.

Manche Kritik der Gewerkschaft ärgere ihn, so Berggruen in dem Interview. "Die Verdi-Funktionäre kämpfen gerade bei Karstadt nur um ihre eigene Macht als Gewerkschaft auf Kosten der Belegschaft. Das ist nicht in Ordnung." Und weiter: "Mit meinem Einstieg dachten viele, Karstadt sei damit gerettet. Aber das war natürlich erst der Beginn der Rettung, nicht ihre Vollendung."