Bremerhaven (dpa) – Für drei Wochen verzichten Ben Rauser, Peter Stebbe und Lasse Krüger auf Fleisch. "Meine Mutter musste lachen, als ich ihr das erzählt habe", sagt der 20-jährige Lasse aus Hildesheim.

Die drei jungen Männer wollen so klimaschonend wie möglich mit dem Rucksack von Bremerhaven nach Gibraltar reisen - für die zehnteilige Doku-Serie "Die Backpacker – Auf Klimatour durch Europa".

Gewertet wird dabei nicht nur, welche Verkehrsmittel sie benutzen und wie sie übernachten, sondern auch, was sie essen. "Eine Fleischmahlzeit schlägt mehr zu Buche als ein vegetarisches Essen", erklärt Lasse.

Bei der ungewöhnlichen Doku, die im September im ARD-Digitalsender EinsPlus ausgestrahlt werden soll, treten die Männer gegen drei junge Frauen an. Welches Team die wenigsten CO2-Emissionen auf der 3000 Kilometer langen Reise von Deutschland an den südlichen Zipfel Spaniens produziert, gewinnt.

Die sechs Backpacker, die aus 400 Bewerbern ausgewählt wurden, erfuhren ihr erstes Etappenziel erst am Dienstag beim Drehstart im Bremerhavener Klimahaus: Die eine Gruppe muss nach Frankfurt, die andere nach Köln. "Dort arbeiten sie einen ganzen Tag bei einem Umweltprojekt mit, um Pluspunkte auf ihr Klimakonto zu bekommen", erklärt SWR-Redakteurin Birte Gräper.

Geplant sei eine abenteuerliche Schnitzeljagd, sagt Marco Bode von der Produktionsfirma "nordisch filmproduction". Die Idee sei, spielerisch auf das Thema Klimaschutz aufmerksam zu machen. "Wer mit der Bahn fährt, verbraucht mehr Klimapunkte, als wenn er zu Fuß geht." Gleiches gelte für Übernachtungen im Hotel - statt im Zelt auf der Wiese.

Ben, Peter und Lasse beraten daher erst einmal ihre Reiseroute. "Wir wollen per Mitfahrgelegenheit fahren", sagt Lasse schließlich. "Das kostet uns wenig Klimapunkte." Mithilfe ihres Tablet-PCs, der unterwegs per Solarpanel mit Strom gespeist wird, buchen sie im Internet eine Mitfahrt von Bremen nach Düsseldorf. Nach Bremen wollen sie mit der Bahn fahren. "Von Düsseldorf geht es dann bis Köln mit dem Schiff", sagt Lasse und fügt hinzu: "Ich bin gespannt, wo wir heute Abend sind."

"Die werden viel erleben", ist sich Redakteurin Gräper sicher. Spannend werde es vor allem auf den Etappen im Ausland, wo die jungen Leute nicht mit den örtlichen Mitfahrzentralen oder Busfahrplänen vertraut seien.

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