Offenbach (dpa) - Starke Regenfälle in Deutschland könnten zunehmen. Eine statistische Häufung von Fluten wie derzeit lasse sich jedoch noch nicht nachweisen, sagte der Meteorologe Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Ein Hochwasser wie in Bayern und Ostdeutschland sei natürlich ein Einzelereignis. "Mit so seltenen Fällen kann man keine Statistik basteln."

Generell habe die jährliche Niederschlagsmenge in den vergangenen 100 Jahren in Deutschland nur unwesentlich zugenommen. "Wir sehen aber Veränderungen in den einzelnen Jahreszeiten", sagte der DWD-Sprecher. "Es gibt eine Tendenz zu wärmeren, feuchteren Wintern und zu trockeneren Sommern."

"Es fällt mehr Niederschlag im Winter - und dies eher als Regen denn als Schnee." Im Sommer gebe es dagegen etwas häufiger Unwetter, obwohl die Jahreszeit in der Summe der Niederschläge insgesamt etwas trockener geworden sei. Eine Zunahme langer Dauerregen im Frühling oder Sommer, wie sie nun zu den heftigen Hochwassern geführt hatten, sei bislang nicht statistisch abgesichert.

Generell gelte jedoch, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen und damit auch mehr Wasser transportieren könne. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland ist Lux zufolge seit der Industrialisierung in den vergangenen hundert Jahren um rund ein Grad gestiegen. "Wir haben die Befürchtung, dass es künftig häufiger große Niederschlagsmengen geben wird." Insbesondere die Zahl von Wetterextremen könnte weiter zunehmen.